Allianz pro Schiene

Das Satzungsziel der Allianz pro Schiene ist die Förderung des Umweltschutzes durch Steigerung des Marktanteils des energiesparenden und umweltfreundlichen Schienenverkehrs.

Lobbying Activity

Response to Evaluation and revision of the Weights and Dimensions Directive

15 Feb 2022

Die Allianz pro Schiene lehnt die Zulassung von überlangen und überschweren Lkw in Europa ab. Zu den Folgen einer Erhöhung der Lkw-Maße und -Gewichte liegen bereits ausreichende Erkenntnisse vor, die eindeutig gegen eine Zulassung sprechen. Übergroße Lkw können deutlich mehr Ladung als herkömmliche Lastwagen bei geringfügig höheren Betriebskosten befördern, dadurch wird der Transport auf der Straße um circa 30 Prozent verbilligt. Diese Preisreduktion führt dazu, dass Unternehmen Verkehre von der umweltfreundlichen und sicheren Schiene zurück auf den Lkw verlagern. So prognostiziert das Fraunhofer Institut einen Verlust von 35 Prozent der Verkehrsleistung im Eisenbahn-Einzelwagenverkehr und mehr als 12 Prozent im Kombinierten Verkehr Straße-Schiene. Einbußen in solchen Größenordnungen setzen im Schienengüterverkehr eine Abwärtsspirale in Gang, denn bei sinkender Auslastung verbleiben hohe Fixkosten. Weitere Verlagerungen sind die Folge. Die Technische Hochschule Berlin und die Technische Hochschule Wildau haben in ihrer Studie eine Zunahme um täglich 7.000 Lkw-Fahrten durch die Zulassung von Riesen-Lkw in Deutschland ermittelt. Praxiserfahrungen in Schweden bestätigen diese Prognosen. Nachdem übergroße Lastwagen Anfang der 1990er Jahre zugelassen worden waren, entwickelten sich die Marktanteile von Lkw und Eisenbahn gegenläufig. Während der Straßengüterverkehr zwischen 1990 und 1999 6,5 Prozent hinzugewann, verlor die Schiene im selben Zeitraum fast 4 Prozent Marktanteil. Für den Schienengüterverkehr bedeuteten diese Marktanteilsverluste einen historischen Tiefststand, während der Straßengüterverkehr einen neuen Höchststand erreichte. Eine solche Entwicklung wäre in Europa zum einen mit dem Verlust vieler Arbeitsplätze im Schienengüterverkehr verbunden – die TU Berlin und die TH Wildau prognostizieren circa 1.000 gefährdete Stellen allein in Deutschland. Zum anderen würde die Zulassung übergroßer Lkw zu steigenden Emissionen, hohen Zusatzkosten für die Ertüchtigung der Straßeninfrastruktur und Verkehrssicherheitsrisiken führen. Die Güterbahn ist das umwelt- und klimafreundlichste Verkehrsmittel, sie emittiert pro Tonnenkilometer siebenmal weniger CO2 als der Lkw und 13-mal weniger Stickoxide. Die durch Riesen-Lkw verursachte Verkehrsverlagerung würde also erhebliche Umwelt- und Klimabelastungen zur Folge haben. Eine Zulassung überlanger und überschwerer Lkw würde auch massive Infrastrukturinvestitionen nach sich ziehen. Die Lebensdauer von Brücken würde deutlich reduziert, denn diese sind nicht für das höhere Fahrzeuggewicht ausgelegt. Lkw-Parkplätze müssten kostspielig umgebaut werden, da die Stellplätze zu kurz für überlange Fahrzeuge sind. Zudem sind viele Kreuzungen, Kreisverkehre und Bahnübergänge für deutlich kleinere Lkw dimensioniert – diese Infrastrukturen müssten auf Steuerzahlerkosten angepasst werden. Auch für die Verkehrssicherheit wäre die Zulassung von Riesen-Lkw ein Rückschritt. Überholvorgänge würden länger und gefährlicher, Tunnel-Nothaltebuchten wären zu kurz und die höhere Brandlast der großvolumigen Fahrzeuge wäre ein zusätzliches Sicherheitsrisiko in Tunneln. Zudem droht Gefahr an Bahnübergängen, diese sind nicht für überlange Lkw ausgelegt. Eine Zulassung von übergroßen Lkw in Europa ist nicht nur umwelt- und klimapolitisch kontraproduktiv, sie hätte auch negative Folgen für die Verkehrssicherheit und würde massive Infrastrukturanpassungen erfordern. Damit widerspricht das Vorhaben den Zielen der Europäischen Kommission. Im Hinblick auf die notwendige Verknüpfung der Verkehrsträger sollten die Maße und Gewichte von Lkw vielmehr konstant bleiben und geltende Standards sollten konsequent durchgesetzt werden.
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Meeting with Friedrich-Nikolaus von Peter (Cabinet of Commissioner Violeta Bulc)

9 Feb 2015 · Meeting on Commissioner Bulc policy in the areas of public passenger transport