Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.
aej
Die aej dient der Förderung der evangelischen und ökumenischen Kinder- und Jugendarbeit.
ID: 352352294563-26
Lobbying Activity
Response to Strategy on Intergenerational Fairness
8 Nov 2025
Als Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. begrüßen wir die Initiative der EU Kommission eine Strategie für intergenerationelle Fairness (IGF) auszuarbeiten. Wir sind überzeugt, dass politische Herausforderungen wie z.B. in der Fiskal-, Renten-, Sozial-, Verteidigungs- oder Klimapolitik nicht einseitig zu Lasten junger Menschen diskutiert werden dürfen. 1) In unserer täglichen Arbeit als Jugendorganisation erleben wir immer wieder, wie adultistisch unserer Gesellschaft gegenwärtig ist. Deshalb begrüßen wir den Ansatz der EU Kommission, die Interessen von jungen Menschen und künftigen Generationen in die IGF einzubeziehen. Wir sind überzeugt davon, dass Debatten über Generationengerechtigkeit immer nur unter Einbezug der Interessen von Kindern, Jugendlichen und junger Erwachsener geführt werden können. Ihre Perspektiven und Lebensrealitäten müssen auf Grund des einzigartigen Charakters der Lebensphasen Kindheit und Jugend in besonderer Weise Berücksichtigung finden. Eine pointierte Zusammenfassung der Anliegen junger Menschen an die (europäische) Politik bieten die EU-Jugendziele. Um einen Einbezug junger Menschen in politische Prozesse sicherzustellen, brauchen sie genauso wie alle Menschen - institutionelle Beteiligungsrechte und verbindliche, nachhaltige Einflussmöglichkeiten, über das formale Wahlrecht hinaus. Dabei muss es sich um qualitativ hochwertige Beteiligungsinstrumente handeln, die eine tatsächlich wirksame politische Beteiligung ermöglicht, nicht um bloße Scheinbeteiligung. Jugendbeteiligung gewinnt darüber hinaus nur dann echte Legitimität, wenn die beteiligten Personen von jungen Menschen selbst demokratisch legitimiert sind und ihre Forderungen in demokratischen Verfahren ausgehandelt werden. 2) Über die Beteiligung junger Menschen hinaus, verstehen wir intergenerationelle Gerechtigkeit als politischen Gestaltungsanspruch der es verlangt, dass sich unterschiedliche Generationen gegenseitig zuhören, voneinander lernen, gemeinsame Entscheidungen treffen und gemeinsam gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. 3) Die IGF muss unserer Meinung nach die gesamte gesellschaftliche Vielfalt mit einbeziehen. Intergenerationelle Gerechtigkeit heißt nicht nur, Verantwortung zwischen Generationen zu teilen, sondern auch sicherzustellen, dass innerhalb der Generationen niemand durch rassistische Diskriminierung oder andere Formen struktureller Abwertung delegitimiert oder ausgeschlossen wird. 4) Uns ist es wichtig zu betonen, dass soziale Ungleichheit und Machtverhältnisse, nicht das Alter, die Hauptursachen gesellschaftlicher Konflikte sind. Strukturelle Benachteiligungen wie Armut, eine extreme Ungleichverteilung von Vermögen, prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse sowie systematische Ausbeutung prägen den Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen und schränken Teilhabemöglichkeiten erheblich ein. Wir fordern die EU Kommission deshalb auf, eine generationengerechte Politik zu gestalten, die diese Probleme aufgreift und soziale Sicherheit als gemeinschaftliche Aufgabe im Sinne wechselseitiger Fürsorge und Verantwortung gestaltet, soziale Ungleichheiten abbaut und im Sinne ökologischer Nachhaltigkeit die Grundlagen für ein gutes Leben für alle bewahrt - heute und in Zukunft. 5) Außerdem möchten wir betonen, dass politische Maßnahmen rund um Generationengerechtigkeit immer nur in Ergänzung zur Jugendpolitik vorgenommen werden sollten. Auf Grund des besonderen Charakters der Lebensphase Jugend muss die Jugendpolitik weiterhin als eigenständiges Politikfeld erhalten bleiben. 6) Für uns bedeutet Generationengerechtigkeit ein solidarisches Miteinander, das Generationen als Verbündete versteht. Sie geht über bloße finanzielle Ausgleichsmechanismen hinaus und ermöglicht eine inklusive, demokratische und nachhaltige Gesellschaftsordnung. Nur so kann eine echte Zukunftsperspektive entstehen, in der niemand zurückgelassen wird und alle Generationen ihre Chancen auf ein gutes Leben verwirklichen können.
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