Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e.V.

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aireg - Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e.V.

Lobbying Activity

Response to ReFuelEU Aviation - Sustainable Aviation Fuels

16 Nov 2021

Wir halten die Beimischungsquote für ein wirksames Instrument zur Förderung nachhaltiger Flugkraftstoffe. Um die Klimawirkung des Luftverkehrs weiter zu verringern und den Markthochlauf von SAF zu begünstigen, setzen wir uns für eine Erhöhung der Quote auf 10% in 2030 und der PtL-Subquote auf 2% in 2030 ein. Wir und zahlreiche weitere Industriepartner halten eine entsprechende Entwicklung der Produktionskapazitäten für realistisch. Eine Maßnahme zur Unterstützung des Markthochlaufs stellt die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren im Anlagenbau dar. Zur Förderung der Entwicklung und Produktion von PtL-Kraftstoffen ist eine rechtliche Definition nachhaltiger Kohlenstoffquellen (bsw. für grünes CO2, grünes CH4 oder andere biogene Quellen) nötig, ähnlich wie es sie für erneuerbaren Strom und Wasserstoff bereits gibt. Aus Umweltsicht ist es unerheblich, ob der unionsweite Durchschnitt an vertanktem Kraftstoff die Quote erfüllt oder der an jedem einzelnen Flughafen vertankte Kraftstoff. Zweiteres würde allerdings signifikante Mehraufwände und -emissionen in der Kraftstofflogistik verursachen. Deshalb sollte der unionsweite Durchschnitt nachhaltiger Flugkraftstoffe zur Ermittlung der Quote verwendet werden. Gleiches gilt für die Frage ob ein Kraftstoff innerhalb oder außerhalb der EU vertankt wird. Durch geringere Produktionskosten in anderen Teilen der Erde kann es sinnvoll sein, nachhaltige Flugkraftstoffe dort zu produzieren und - um unnötigen Transport zu vermeiden - dort zu vertanken. Dies sollte zumindest für einen Teil der Quotenerfüllung in Betracht gezogen werden. So könnten weniger entwickelte Länder von der Entwicklung neuer Wirtschaftszweige profitieren. Hier muss zur Vermeidung von Doppelanrechnung Klarheit darüber geschaffen werden, welche Emissionsminderungen in welchem System angerechnet werden können. Diese Vorteile benötigen die Einführung eines Book-and-Claim-Ansatzes zur Anrechnung nachhaltiger Flugkraftstoffe. Durch die Erstellung von Herkunftsnachweisen für nachhaltige Flugkraftstoffe bereits ab ihrer Produktionsstätte könnten diese unmittelbar in die bestehende Logistikinfrastruktur für konventionelles Kerosin beigemischt werden. Diese Methodik bietet noch weitere Vorteile: Zulieferer können auch Mengen oberhalb der Beimischungsquote in den Verkehr bringen. Mit einer Book-and-Claim Anrechnung könnte ein Zulieferer die Herkunftsnachweise von Produktionsmengen oberhalb der Quote an andere Zulieferer verkaufen. Dies würde die Erfüllung der Quote industrieweit vereinfachen. Auch Nutzer nachhaltiger Flugkraftstoffe könnten so leichter Mengen oberhalb der Beimischungsquote erwerben. Die vereinfachte Anrechnung würde administrative Kosten für die Nutzer verringern und so auch letztendlich die Akzeptanz nachhaltiger Flugkraftstoffe erhöhen.
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