Bayerischer Bauernverband
BBV
Der Bayerische Bauernverband vertritt die Interessen der bayerischen Landwirte.
ID: 193322312286-94
Lobbying Activity
Response to Towards a Circular, Regenerative and Competitive Bioeconomy
22 Jun 2025
Der Bayerische Bauernverband (BBV) vertritt rund 135.000 Mitglieder aus Land- und Forstwirtschaft in Bayern. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist der Bayerische Bauernverband Ansprechpartner für Politik, Verwaltung und Gesellschaft in allen Fragen der Land- und Forstbewirtschaftung, der Erzeugung von Lebensmitteln, Energie und Rohstoffen sowie der Entwicklung des ländlichen Raums. Der Verband ist über den Deutschen Bauernverband (DBV) Mitglied im europäischen Dachverband Copa-Cogeca und bringt sich aktiv in politische Prozesse auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene ein. Unsere Mitgliedsbetriebe leisten einen entscheidenden Beitrag zur sicheren Versorgung mit nachwachsenden und biobasierten Rohstoffen und gestalten die Bioökonomie täglich durch nachhaltige Bewirtschaftung von Flächen und Wäldern. Die Bioökonomie bietet ein hohes Potenzial, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen gleichzeitig zu bewältigen insbesondere im Hinblick auf Ernährungssicherheit, Versorgung mit biobasierten Rohstoffen, Kreislaufwirtschaft und die Stärkung ländlicher Räume. Für die Land- und Forstwirtschaft in Europa und insbesondere für die bäuerlichen Familienbetriebe ist die Bioökonomie kein Zukunftsmodell, sondern seit Jahrhunderten gelebte Realität, die sich im Wandel der Zeit weiterentwickelt. Die europäische Bioökonomiestrategie muss daher die Landwirtschaft als tragende Säule anerkennen und ihre Potenziale nicht durch widersprüchliche Politikziele einschränken. Der Bayerische Bauernverband begrüßt, dass die Kommission Hemmnisse wie mangelnde Finanzierung, Marktverzerrungen zugunsten fossiler Produkte sowie unklare Rahmenbedingungen identifiziert hat. Gleichzeitig fehlt im aktuellen Problembild: ein deutliches Bekenntnis zur Lebensmittelerzeugung als vorrangigem Ziel, eine kritische Reflexion widersprüchlicher Zielsetzungen zwischen Bioökonomie, Umwelt-, Klima- und Biodiversitätspolitiken, und die klare strategische Verankerung der Land- und Forstwirtschaft im Zentrum der Bioökonomie. Die Bioökonomiestrategie darf nicht durch andere Strategien (z.B. Biodiversitätsziele oder Flächenstilllegungsziele) ausgebremst werden. Eine zukunftsfähige Bioökonomie braucht Flächen, Akteure und Planungssicherheit. Europa hat das Potenzial, eine weltweit führende Rolle in der Bioökonomie einzunehmen aber nur mit und nicht gegen die Land- und Forstwirtschaft. Die bäuerlichen Familienbetriebe sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, Innovation voranzutreiben und die Bioökonomie aktiv mitzugestalten. Dafür brauchen sie klare, verlässliche und produktionsfreundliche Rahmenbedingungen. Die neue EU-Bioökonomiestrategie muss auf Pragmatismus, Nutzung statt Blockade und Kooperation mit der Praxis setzen nicht auf neue Zielkonflikte, Restriktionen oder Symbolpolitik. Unsere konkreten politischen Forderungen zur Neuausrichtung der Bioökonomiestrategie sind im beigefügten Positionspapier ausführlich dargestellt.
Read full responseResponse to European Water Resilience Strategy
3 Mar 2025
Es ist darauf zu achten, die ländereigenen Leistungen und Maßnahmen angemessen zu berücksichtigen und keine Doppelregulierungen zu schaffen. Entscheidend bleibt nach wie vor, dass der Inhalt der geplanten EU-Strategie nach den Grundprinzipien von Freiwilligkeit und Kooperation ausgerichtet und dementsprechend auch die regionale Umsetzung vorgesehen wird. Zentral muss bei der geplanten EU-Strategie für Wasserresilienz ein von Kommissar Hansen in seiner Vision erklärter Prioritätsbereich berücksichtigt werden: Vereinfachung des Rechtsrahmens, der sich auf Landwirte und die gesamte Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft auswirkt - so auch die GAP. Deren Ambitionsniveau in Bezug auf Umwelt- und Klimaschutz ist angesichts der Neuerungen durch Konditionalität und Ökoregelungen ohnehin bereits sehr hoch, aber die Gestaltung der Regelungen ist bisher viel zu kompliziert, weshalb hier beim geplanten, weiteren GAP-Vereinfachungspaket auch angepackt werden muss. Die geplante Wasserstrategie darf keine Regelungen nach sich ziehen, die über die Anforderungen im Rahmen der GAP und des landwirtschaftlichen Fachrechts hinausgehen. Bei allen Bemühungen um den Umwelt- und Klimaschutz darf auch die ökonomische Nachhaltigkeit der Betriebe nicht vernachlässigt werden. In seiner Vision zur Landwirtschaft mahnt Agrarkommissar Hansen einen angemessenen Lebensstandard für Landwirtschaftsbetriebe an und fordert, alle Einkommensquellen auch öffentliche Unterstützung entsprechend zu nutzen. Nur wirtschaftlich stabile und zukunftsfähige Betriebe sind in der Lage, die gewünschten Maßnahmen umzusetzen und die erforderlichen Investitionen zu tätigen. Dazu gehören auch rechtliche Planungssicherheit und Verlässlichkeit bei Fördermitteln und sonstigen Finanzierungshilfen. Regionale Wasserengpässe treten auch im klimatisch weitgehend begünstigten Deutschland zunehmend auf und führen zu aufgeregten Diskussionen über die Priorisierung des vorhandenen Wassers. Wasserrechte für die landwirtschaftliche Bewässerung werden oft nur sehr kurzfristig und restriktiv genehmigt. Auch die Lebensmittelerzeugung gehört wie die öffentliche Wasserversorgung zur Daseinsvorsorge, weswegen es eine verlässliche Wasserversorgung auch für die landwirtschaftlichen Betriebe braucht. Gerade angesichts der gravierenden Trockenheitsproblematik in den europäischen Hauptanbaugebieten für Gemüse und Obst muss die Wasserversorgung in den entsprechenden Anbauregionen der gemäßigten Klimazonen (z.B. Deutschland) verbessert und ausgebaut werden. Dafür braucht es unbürokratische Investitions- und Förderprogramme für z.B. überregionale Bewässerungsstrukturen, Wasserspeicherbecken, Digitalisierung bei der Bewässerungssteuerung, optimierte Bewässerungstechnik und Beratung. Eine bedeutende Rolle für die regionale Stabilisierung des Landschaftswasserhaushalts spielen Maßnahmen, die zur Strukturierung, dauerhaften Begrünung und zur Verbesserung der Wasserinfiltrations- und Regenrückhalteleistung von Böden beitragen. Viele Landwirte würden gerne mehr solcher Maßnahmen ergreifen, scheitern aber an bürokratischen Hürden wie den komplexen Vorgaben zum Erhalt des Ackerstatus, gerade bei Pachtflächen. Hier braucht es eine klare Zusage, dass der Ackerstatus bei entsprechenden Maßnahmen dauerhaft erhalten bleibt. Kommissar Hansen hat angekündigt, künftig mehr auf Anreize und weniger auf Vorschriften zu setzen das muss auch bei der EU-Wasserstrategie eine zentrale Rolle spielen. Z.B. wären Förderanreize für den dezentralen Wasserrückhalt, die Stärkung des Landschaftswasserhaushalts und auch für die Beratung zu geeigneten Maßnahmen sinnvoll. In der WRRL und auch im Entwurf der BodenRL wurde bisher beim Zustand von Umweltmedien (Wasser, Boden) stets der Worst Case-Ansatz gewählt. Hier braucht es dringend eine Kehrtwende und abgestufte Bewertungsverfahren bei der Erfolgskontrolle. Ebenso notwendig ist an vielen Stellen die Anpassung von Zielvorgaben und Umsetzungszeiträumen.
Read full responseResponse to Long term vision for rural areas
9 Sept 2020
Der ländliche Raum umfasst fast 90 Prozent der Fläche in Bayern. Rund 56 Prozent der bayerischen Bevölkerung, insgesamt etwa 7,3 Millionen Menschen, leben dort. Zwar wächst die Bevölkerung in Bayern durch die erhebliche volkswirtschaftliche Dynamik in den letzten Jahren insbesondere durch Zuzüge kontinuierlich, jedoch unterscheidet sich die Situation in den einzelnen Regionen erheblich: Während rund um die großen Metropolen auch die ländlichen Gebiete zum Teil sprunghafte Bevölkerungszuwächse verzeichnen, gibt es in den peripheren Gebieten Abwanderungs- und Überalterungstendenzen in der Einwohnerstruktur. Diese Entwicklung zieht vielfältige ökonomische, ökologische und soziale Ungleichgewichte nach sich, die mit erheblichen Herausforderungen verbunden sind.
Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass die EU-Kommission diese Herausforderungen nicht nur mit einer langfristigen Zukunftsvision für ländliche Gebiete als Teil des European Green Deals angeht, sondern daraus auch konkrete Maßnahmen definiert, einleitet und umsetzt, die mit den Betroffenen vor Ort entwickelt werden und die spürbar bei den Bauernfamilien und allen Menschen im ländlichen Raum ankommen und zu einem echten Mehrwert führen. Ziel müssen gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen in Stadt und Land sein.
Aus Sicht des Bayerischen Bauernverbandes ist es für die Stärkung des ländlichen Raums wichtig, insbesondere folgende Themen anzugehen:
1. Bäuerliche Familienbetriebe als tragende Säulen des ländlichen Raums unterstützen
2. Flächendeckende digitale Infrastruktur im ländlichen Raum schaffen
3. Eigentum schützen, Land-Grabbing verhindern und land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen schonen
4. Öffentliche Daseinsvorsorge sichern
5. Lebendige Dörfer als Herzstück des ländlichen Raums fördern und Land- und Forstwirtschaft bei Projekten einbeziehen
Eine ausführliche Stellungnahme zu den einzelnen Punkten ist der Datei im Anhang zu entnehmen.
Read full responseResponse to Farm to Fork Strategy
12 Mar 2020
Der Green Deal, mit dem die EU-Kommission ambitionierte Ziele im Umwelt- und Klimaschutz anstrebt, muss auch für Bauern, Waldbesitzer und Grundeigentümer eine wirtschaftliche Perspektive bieten und Eigentumsrechte wahren. Unter dieser Leitlinie stellt sich der Bayerische Bauernverband den Beratungen zum Green Deal insgesamt und aktuell speziell dem diskutierten Teilbereich der Farm-to-Fork-Strategie.
Für die Landwirtschaft ist es entscheidend, dass auch konkrete Lösungswege aufgezeigt werden. Statt neuer Regulierung und Auflagen sind neue Kooperationsmodelle und Märkte für Klima- und Umweltleistungen erforderlich.
Grundsätzliche Anliegen des Bayerischen Bauernverbandes für die Pläne zur Farm-to-Fork-Strategie (Details siehe Anhang):
- Versorgungssicherheit der Bevölkerung gewährleisten
- Zusätzliche und eigenständige Mittel für diese Strategie und nicht zu Lasten von Agrargeldern
- Stärkung der Rolle des Landwirts in der Erzeugerkette!
- Gleiche Standards bei Handelsabkommen und ausreichender Außenschutz bei den sensiblen Agrarerzeugnissen
- Weiterentwicklung der Lebensmittelkette im Einklang mit dem Markt
- Tierwohl in Europa vereinheitlichen
- Tiergesundheit praxistauglich verbessern
- Ökolandbau vom Markt getragen ausbauen
- Anwendungsmengen von Pflanzenschutzmitteln optimieren
- Landwirtschaftliche Produktion: Teil der Lösung für nachhaltigen Biodiversitätsschutz
- Forschung und Entwicklung: Weg für Innovationen freimachen
- Bioökonomie stärken
Read full responseResponse to A new Circular Economy Action Plan
20 Jan 2020
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für die Möglichkeit die Roadmap zu bewerten. Als Bayerischer Bauernverband haben wir folgende Anmerkungen:
Grundsätzlich unterstützen und begrüßen wir die Bestrebungen das Potential zur Kreislaufwirtschaft in der EU auszubauen. Gerade unsere Land- und Forstwirtschaft ist seit Jahrhunderten Vorreiter im Umsetzen der Kreislaufwirtschaft und kann daher als Vorbild für Gesellschaft und Industrie betrachtet werden.
Gemeinsame Regeln für die Herstellung, den Handel und das Recycling von Produkten sind im EU-Binnenmarkt unabdingbar um gegenseitige Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Dennoch muss auch unbedingt berücksichtigt werden, dass auf Grund neuer Bestimmungen keine globalen Wettbewerbsnachteile entstehen.
Die Kreislaufwirtschaft weist ein hohes Potenzial für neue Tätigkeiten und Arbeitsplätze auf und bietet weitreichende Chancen. Neue Recyclingtechnologien und Geschäftsmodelle bieten große Möglichkeiten für innovative, emissionsarme Technologien sowie nachhaltige Produkte und Dienstleistungen aus dem biobasierten Sektor sowohl für die stoffliche als auch die energetische Nutzung. Diese Nachwachsenden Rohstoffe können fossile und klimaschädliche Stoffe ersetzen z. B. beim Bauen oder Heizen mit Holz. Aus diesem Grund sollten Land- und Forstwirte, die Nachwachsende Rohstoffe für die stoffliche und energetische Nutzung zur Verfügung stellen, Unterstützung und Anreize erhalten, um die Verfügbarkeit dieser auszubauen. Land-und Forstwirtschaft und Politik müssen intensiv zusammenarbeiten, damit funktionierende Märkte für biobasierte Rohstoffe entstehen können. Wichtig ist dabei innovative und wirtschaftsverträgliche Ansätze nicht durch starre Vorgaben und zu hohe Regulierung zu gefährden oder Marktverzerrungen zu verursachen. Die Konzepte zur Kreislaufführung von Materialien und Produkten müssen alle Aspekte der Nachhaltigkeit, also ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen berücksichtigen. Dazu sind Rohstoffe aus heimischem bzw. regionalem Anbau auf Grund von Ressourceneffizienz und Verminderung des Bodenmarktdrucks deutlich zu bevorzugen.
Um den Marktzugang von recycelten und von biobasierten Produkten zu verbessern, sind ausreichend umfangreiche Marketing- und Image-Kampagnen vorzusehen.
Lebensmittelverluste in der Landwirtschaft sind oft unvermeidbar und dienen der Bereitstellung von Lebensmitteln mit hoher Qualität und Sicherheit. Nicht marktfähige Produkte, die als Futtermittel verwendet werden, einer energetischen Verwertung (Biogasanlage) oder direkt dem Ackerboden zugeführt werden, sind nicht als Lebensmittelverschwendung, sondern als Lebensmittelverluste anzusehen.
Bei einem elektronischen Produktpass ist unbedingt auf die Wahrung von Betriebsgeheimnissen zu achten. Bei den Produktinformationen und der Verhinderung des Green Washing sollten die Anforderungen an die Information stets auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Auch nach der Pilotphase des Product Environmental Footprints (PEF) muss die Methodik laufend evaluiert und hinterfragt werden. Für viele zusammengesetzte Lebensmittel ist die Methodik noch nicht erprobt worden und muss daher auch immer wieder überprüft werden.
Um auch den Verbraucher miteinzubeziehen ist dringend erforderlich, dass Informationen über die Nachhaltigkeit von Produkten transparent, wissenschaftlich korrekt und leicht zugänglich sind. Dazu bieten sich vor allem digitale Lösungen an, die einen schnellen Zugriff erlauben.
Read full responseMeeting with Daniel Calleja Crespo (Director-General Environment)
20 Nov 2019 · Fertilizer legislation and Nitrates directive
Response to Agricultural de minimis aid
9 Aug 2017
Der Bayerische Bauernverband befürwortet eine Anhebung der De-minimis-Grenze für Landwirte von 15.000 auf 30.000 Euro sowie eine entsprechende Erhöhung der nationalen Grenzen. Die Unterstützung über De-minimis sollte grundsätzlich dem gesamten landwirtschaftlichen Sektor offen stehen, damit je nach Bedarf angepasste Maßnahmen möglich sind. Entsprechend den neuen Grenzen von De-minimis Agrar sind auch die kumulativen Grenzen anzupassen für Unternehmen, die De-minimis-Beihilfen nach verschiedenen De-minimis-Verordnungen erhalten (z. B. die Grenze De-minimis Gewerbe + Agrar + Fisch = 200.000 Euro). Für Zusammenschlüsse von Erzeugern, z. B. von Kleinbetrieben, die sich in Bergregionen in Form von Weidegenossenschaften organisiert haben, sind spezielle Regelungen notwendig, damit diese Betriebe nicht durch die De-minimis-Grenze benachteiligt werden.
Über die vorliegende Folgenabschätzung hinaus regen wir an, auch die Grenze für De-minimis Gewerbe, die momentan bei 200.000 Euro liegt, anzuheben. Dies würde Zusammenschlüsse von Erzeugern beispielsweise aus den Bereichen Gemüse, Obst, Weinbau und Forst, die es zu fördern gilt, sehr unterstützen.
Read full responseMeeting with Günther Oettinger (Commissioner)
20 Mar 2017 · future of the EU budget