Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland e. V.
BPhD e. V.
The purpose of the association is to promote the education and training of pharmacy students.
ID: 678496952704-69
Lobbying Activity
Response to EU cardiovascular health plan
15 Sept 2025
Der Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland e. V. (BPhD) begrüßt diese Initiative und möchte die Relevanz der Apotheken beim Thema Prävention und Beratung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen betonen. Die Apotheke bietet nicht nur eine wohnortnahe Versorgung, sondern auch eine persönliche Beratung von Patienten, ohne lange Wartezeiten oder Terminvereinbarungen. Apotheker verfügen über eine fundierte heilberufliche Ausbildung und umfassende Kenntnisse in der Arzneimitteltherapie. Dieses fachliche Potenzial sollte gezielt genutzt werden, um Apotheken stärker in präventive Maßnahmen einzubinden, etwa durch die frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren, individuelle Gesundheitsberatung oder Unterstützung im Umgang mit chronischen Erkrankungen. Die in Deutschland etablierten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) wie beispielsweise die erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation und die Blutdruckmessungen zeigen, dass die Apotheken einen vielversprechenden Beitrag zur Patientensicherheit leisten. Auch die Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen ermöglicht eine sozial gerechte Gesundheitsförderung der Patienten. Im Zuge der Initiative sollten die pDL in den Apotheken und eine Finanzierung durch die Krankenkassen als essenzieller Bestandteil präventiver Gesundheitsstrategien berücksichtigt werden. Auch eine Ausweitung der pDL sollte angestrebt werden. Ein Entwurf eines Gesundes-Herz-Gesetzes" in der Legislaturperiode des 20. Deutschen Bundestages sah bereits eine Einführung neuer pDL vor, darunter jährliche Beratungen mit Messungen zu Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus. Weitere potenzielle pDL könnten individuelle Beratungssprechstunden, sowie diagnostische Schnelltests, zum Beispiel Cholesterinwertbestimmung mittels Kapillarblutuntersuchung in der Apotheke, sein. Zusätzlich sind auch Anwendungsschulungen für Insulinpens sowie eine Beratung und gleichzeitige Übung mit einem Blutzuckermessgerät in der Apotheke eine sinnvolle Ergänzung der pDL. Eine Ausweitung der pDL verbessert die Gesundheitsversorgung der Patienten, indem sie frühzeitig Risikoerkennung, individuelle Beratung und gezielte Unterstützung im Umgang mit chronischen Erkrankungen ermöglicht. In der interprofessionellen Arbeit zwischen Heilberuflern liegt viel Potenzial zur Reduzierung von kardiovaskulären Erkrankungen. Durch den regelmäßigen Austausch zwischen den unterschiedlichen Kompetenzbereichen werden Patienten bestmöglich versorgt und die beteiligten Akteure der Gesundheitsversorgung befinden sich jeweils auf dem aktuellen Behandlungsstand. Das Projekt ARMIN diente dem interdisziplinären Medikationsmanagement und richtete sich vor allem an chronisch kranke, polymedikamentös versorgte Patienten. Hierbei wurden Medikationspläne analysiert und überschüssige Verschreibungen in Frage gestellt. Somit konnte die Mortalitätsrate um 16 % (Number Needed to Treat: 66) gesenkt werden, da hierbei auch potenziell gefährdende Arzneimittelinteraktionen reduziert sowie die Compliance gesteigert wurden. Des Weiteren sollte Interprofessionalität in der Ausbildung stärker berücksichtigt werden. Hierbei könnten Studierende der Heilberufe gemeinsam an Akademische Veranstaltungen teilnehmen. Durch die Abschaffung der räumlichen und professionellen Distanz zwischen Ärzten und Apothekern können die Berufsstände entlastet, die Versorgungsqualität gesteigert und Kosten reduziert werden. Über zielgerichtete Kampagnen sollten strukturell benachteiligte Patienten angesprochen und über ihren Anspruch auf eine umfangreiche, ihnen zustehende Gesundheitsversorgung aufgeklärt werden. Diese Art der Prävention würde maßgeblich zur Reduzierung von Herzkrankheiten beitragen. Der BPhD sieht in der öffentlichen Apotheke und weiteren pharmazeutischen Berufsfeldern den Raum und die Expertise, sich dieser Aufgabe unterstützend zu stellen und sieht die Verantwortung und die Mittel zur Umsetzung von öffentlichen Gesundheitskampagnen beim Staat.
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