Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik e.V.
BWVL
Vertretung der Interessen von Industrie- und Handelsunternehmen auf dem Gebiet von Transport und Logistik
ID: 8040458320-85
Lobbying Activity
Response to 2030 Climate Target Plan
15 Apr 2020
Der Klimawandel gilt als eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit. Die Dekarbonisierung steht dabei als Leitmotiv für einen umfassenden Strukturwandel, der die gesamte Gesellschaft und alle Wirtschaftssektoren betrifft. Der Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) und seine Mitgliedsunternehmen aus der Transport- und Logistikwirtschaft bekennen sich zu ihrer Verantwortung und sind bestrebt, den ihrerseits maximal möglichen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen und zur Erreichung der Pariser Klimaschutzziele zu leisten. Dabei muss die Klimaneutralität - unter den Voraussetzungen von Sicherheit und Verfügbarkeit umweltneutraler, bezahlbarer Energien - mit dem Erhalt und dem Ausbau von Wohlstand und Versorgungssicherheit in Einklang gebracht werden.
Als Verband, der überwiegend Industrie- und Handelsunternehmen mit eigenen Transport- und Logistikkapazitäten vertritt, erhoffen wir von der Kommission eine starke Orientierung an realistischen und damit erreichbaren Ziel- und Umsetzungsvorgaben. Nur dann kann das die Umsetzung der Reduktionsziele auch als gesamtgesellschaftlicher Auftrag zum Erhalt der logistischen Lebensadern für die Wirtschaft und die Versorgung der Gesellschaft erfolgreich sein.
Die Abkehr von der Nutzung mit konventionell-fossilen Kraftstoffen betriebenen Transportmitteln hängt ganz wesentlich von der Verfügbarkeit adäquater alternativer Antriebe ab. Adäquat sind die Antriebe dann, wenn sie gegenüber den heute verwendeten Systemen eine - tank-to-wheel bemessene - Verringerung der THG- sowie Schadstoffemissionen erreichen und dabei weder in Konkurrenz zur Nahrungserzeugung stehen, noch zu anderweitigem Ressourcenverbrauch bzw. Raubbau führen. Adäquat alternative Antriebe müssen sodann verfügbar sein. Die dazugehörige Infrastruktur ist eine wesentliche Voraussetzung für die Anwendbarkeit in der Praxis.
Sowohl der Einsatz funktionierender alternative Antriebstechnologien als auch deren Verfügbarkeit werden sich schneller im Rahmen bestehender Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme durchsetzen, je wirtschaftlicher sie sind. Nur bei ausreichender Wirtschaftlichkeit der Alternativen Antriebssysteme ist davon auszugehen, dass sie von den Adressaten in möglichst breitem Umfang angenommen werden. Das bedeutet zum einen, dass ein für die erforderlichen Investitionen verlässlicher Planungshorizont geschaffen werden muss. Zum andern sollten die Aufwendungen für die umfangreich erforderlichen Investitionen mit Hilfe von Förderstrategien für die Neuanschaffungen von energieeffizienten Nutzfahrzeugen begleitet werden.
Als wirksames Mittel zur Reduktion von Treibhausgasemissionen betrachtet der BWVL auch einen europäischen CO2-Zertifikatehandel. Zudem sollten die aus den Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrssektor zusätzlich generierten Einnahmen grundsätzlich dort reinvestiert werden.
Die skizzierten Empfehlungen sollten nicht nur verkehrsträgerunabhängig gelten, sondern auch insgesamt wettbewerbsneutral zur Umsetzung gebracht werden.
Für den Transformationsprozess gilt es, technologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Deren Balance wird über den Erfolg der Einhaltung der Klimaschutzziele und den Preis, der dafür zu zahlen ist, entscheiden.
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