Deutscher Forstwirtschaftsrat e. V.
DFWR
(1) Ziele und Aufgaben des DFWR sind die Erhaltung, Pflege und nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes, die dauerhafte Erfüllung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen des Waldes sowie die Forstwirtschaft und ihre Betriebe zu fördern.
ID: 725657091568-97
Lobbying Activity
Response to Roadmap towards Nature Credits
30 Sept 2025
Wir begrüßen die Idee, naturpositive Maßnahmen sichtbar zu machen und zusätzliche private Investitionen für Biodiversität und Klimaschutz zu mobilisieren. Für eine erfolgreiche Umsetzung aus Sicht der Forstwirtschaft sind folgende Punkte entscheidend: Klare, wissenschaftlich fundierte Standards für Zertifizierung, Monitoring und Reporting, auch um Greenwashing vorzubeugen. Transparente Governance-Strukturen mit frühzeitiger und kontinuierlicher Einbindung relevanter Stakeholder aus Praxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Koordination mit bestehenden Zertifizierungssystemen (z. B. PEFC, FSC, CRCF), um Doppelstrukturen zu vermeiden, Synergien zu nutzen und den Erhalt dieser privaten Systeme zu gewährleisten. Faire ökonomische Rahmenbedingungen mit angemessener Honorierung von Leistungen sowie besonderer Berücksichtigung von Kleinbetrieben durch reduzierte Nachweispflichten. Verbindliche Markt- und Preistransparenz sowie ein EU-weites digitales Register für Nachvollziehbarkeit und Vertrauen. Zentral ist zudem, dass Nature Credits freiwillig bleiben und marktorientierte Anreize Vorrang vor regulatorischen Pflichten haben. Die laufende Evaluierung von Pilotprojekten sowie eine offene Kommunikation sind entscheidend, um Vertrauen zu schaffen und Investorenanreize zu stärken. Wir sehen in Nature Credits ein potenziell wichtiges Instrument, sofern die genannten Rahmenbedingungen konsequent umgesetzt werden.
Read full responseMeeting with Maxi Espeter (Cabinet of Commissioner Christophe Hansen) and Federation Europeenne des Communes Forestieres
16 Apr 2025 · Developments in European legislation and effects on the German municipal forest
Response to Report on the evaluation of the LULUCF Regulation
9 Jul 2024
Als Deutscher Forstwirtschaftsrat (DFWR) betonen wir die Bedeutung einer konsistenten und effektiven Klimapolitik, die auf langfristigen Prozessen und sorgfältiger Planung basiert. Ein aktives Waldmanagement ist für uns entscheidend, um die Vitalität der europäischen Wälder zu erhalten und ihre Fähigkeit zur Bereitstellung vielfältiger Ökosystemdienstleistungen sicherzustellen. In den letzten Jahren haben klimawandelbedingte Waldstörungen, wie Dürre, Stürme und Schädlingsbefall, erheblich zugenommen. Diese Störungen haben zu einer Abnahme der Kohlenstoffvorräte und der Zuwachsleistung in den Wäldern geführt, wodurch der LULUCF-Sektor in Deutschland aktuell keine CO2-Senke mehr darstellt, sondern eine Quelle von Kohlendioxid ist. Angesichts dieser Entwicklungen fordern wir, die realistische Leistungskraft der Wälder anzuerkennen und sich verstärkt auf die Reduzierung fossiler CO2-Emissionen zu konzentrieren. Wir kritisieren die derzeitigen Reduktionsziele der LULUCF-Verordnung als nicht nachhaltig, da sie auf der bisherigen Leistungsfähigkeit der Wälder basieren. Die Priorisierung eines hohen Kohlenstoffspeichers im Wald, beispielsweise durch die Reduzierung der Holzerntemengen und die Ausweitung von Waldflächen, die nicht bewirtschaftet werden, macht die Wälder anfälliger für Schäden und verringert ihre Zuwachsleistung. Dies würde nicht nur die Klimaziele gefährden, sondern auch die Entwicklung der EU-Bioökonomie beeinträchtigen, da weniger Holz für holzbasierte Produkte zur Verfügung stünde. Die historische Referenzperiode der LULUCF-Verordnung, die auf dem Jahr 1990 basiert, betrachten wir als nachteilig. Wir schlagen vor, den Zeitraum ab 1950 zu berücksichtigen, um ein realistischeres Bild der Senkenleistung der Wälder zu erhalten. Deutschland hat keine zusätzlichen Flächen für eine bedeutende Erweiterung der Waldgebiete, wodurch das Senkenpotenzial weitgehend ausgeschöpft ist und stagnieren wird. Wir heben die Bedeutung der holzbasierten Bioökonomie als Schlüsselelement der EU-Klimapolitik hervor. Wir fordern die EU auf, die Produktion von forstbasierten, fossilfreien erneuerbaren Materialien und Energie stärker zu fördern, um Emissionen zu reduzieren und die Biodiversität zu fördern. Die nachhaltige Bewirtschaftung der europäischen Wälder sollte weiterhin eine zentrale Rolle im Übergang zu einer Bioökonomie spielen. Dies erfordert die Berücksichtigung unterschiedlicher Bewirtschaftungspraktiken und die Unterstützung der Waldbesitzer. Wir lehnen weitere Beschränkungen des nachhaltigen Forstmanagements ab, da diese die Investitionen in holzbasierte Produkte auf andere Kontinente verlagern könnten, wo niedrigere Nachhaltigkeitsstandards gelten. Wir fordern eine Abkehr von der gesetzlichen Verankerung des Kaskadenprinzips, da dieses die Marktmechanismen und den Ersatz fossiler Materialien behindern würde. Abschließend fordern wir die Entwicklung eines europäischen Rahmens für die Zertifizierung des Kohlenstoffabbaus. Wir sehen im Carbon-Farming, unterstützt durch die CRCF-Gesetzgebung, das beste Instrument zur Förderung von Klimaschutzmaßnahmen im LULUCF-Sektor. Die EU sollte ihren Fokus auf die Entwicklung der Nachfrageseite für Carbon-Farming legen, um Forstleute und Waldbesitzer effizienter in die Klimaanpassung einzubeziehen. Unsere Stellungnahme unterstreicht die Notwendigkeit einer umfassenden, realistischen und nachhaltigen Klimapolitik, die die multifunktionale Rolle der Wälder anerkennt und die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekte der Forstwirtschaft berücksichtigt.
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