Deutscher Forstwirtschaftsrat e.V.
DFWR
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein.
ID: 767331934655-28
Lobbying Activity
Meeting with Helena Braun (Cabinet of Executive Vice-President Frans Timmermans), Stefanie Hiesinger (Cabinet of Executive Vice-President Frans Timmermans) and
31 Aug 2022 · Implementation of the EU Forest Strategy for 2030, and the LULUCF proposal
Response to EU Forest Strategy
4 Dec 2020
1. Elemente in der Roadmap, die wir unterstützen
- Anerkennung der Notwendigkeit einer umfassenden EU-Waldstrategie (EUFS), um sicherzustellen, dass die Wälder in den verschiedenen EU Politikbereichen einheitlich behandelt werden
- Die EUFS baut auf einer dynamischen nachhaltigen Waldbewirtschaftung (NWB) auf
- Die EUFS fördert die Anpassung der Wälder an den Klimawandel und die Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Herausforderungen
- Die Verknüpfung der EUFS mit den UN SDGs
- Die Tatsache, dass die EUFS Innovation und Erforschung neuer Holz-Produkte fördert, die fossile Materialien ersetzen und effektiv zu einer klimaneutralen Gesellschaft beitragen
- Bedeutung von Ausbildung, Weiterbildung und Arbeitsplätzen
- Die Notwendigkeit, innovative finanzielle Anreize zu fördern
2. Unsere Ansichten zu den angekündigten Hauptzielen: Aufforstung, Wiederherstellung und Erhaltung
Der Umfang dieser Ziele ist zu begrenzt und spiegelt weder das Gesamtbild der vielen Herausforderungen für die EU-Wälder noch das volle Potenzial der Ökosystemleistungen wider, die der Wald bereits für die Gesellschaft erbringt. Ein solcher Spielraum reicht nicht aus, um einen kohärenten Ansatz zwischen den Sektorpolitiken zu gewährleisten, und es fehlt die Berücksichtigung und Unterstützung des dynamischen Rahmens für NWB.
3. Wichtige Elemente, die uns fehlen
Die EUFS sollte das Schlüsselinstrument sein, damit die EU Politiken, die Einfluss auf die Wälder haben keine widersprüchlichen Richtungen vorgeben. Die EUFS sollte den Rahmen für EU Politiken schaffen, um die Umsetzung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung auf nationaler Ebene, die eine nationale Zuständigkeit ist, nicht zu behindern.
Die Roadmap beinhaltet eine Vielzahl von Zielen. Die Rechtsgrundlage für so viele verschiedene Ziele ist jedoch unklar. DIe Rolle der Wälder als Produzenten des nachhaltigen, erneurbaren Rohstoffes Holz, der befähigt ist fossile Rohstoffe zu substituieren, wird nicht ausreichend gewürdigt.
Die bisherige Arbeit im Rahmen des Forest Europe Prozesses ist essentiell für die Weiterentwicklung einer dynamischen NWB. Es fehlt ein klarer Verweis auf die Definition, Kriterien und Grundsätze von NWB basierend auf Forest Europe.
In der Roadmap wird nicht hervorgehoben, wie wichtig es ist, die Motivation der Waldbesitzer und -verwalter zu erhalten und zu stärken, ihre Wälder weiter zu bewirtschaften. Es wird auch nicht auf die Notwendigkeit eingegangen, an der Umsetzung der Honorierung von Ökosystemleistungen (PES) zu arbeiten und Fortschritte zu erzielen, insbesondere im Bereich des Klimaschutzes. Das Risikomanagement sollte in die Bewirtschaftung der Waldflächen einbezogen werden.
4. Wichtige Klarstellungen, die wir brauchen
- Wir haben starke Bedenken hinsichtlich der Forderung, „Maßnahmen zur Vermeidung oder Korrektur nicht nachhaltiger Praktiken vorzusehen“, die implizieren, dass Wälder nicht nachhaltig bewirtschaftet werden. Vor einer solchen Aussage sollte eine klare Definition von „nicht nachhaltigen Praktiken“ auf der Grundlage fundierter wissenschaftlicher Informationen gegeben werden.
- Wir verstehen die Forderung, den Verlust der Waldbedeckung zu verringern, nicht, da die Waldbedeckung in der EU seit Jahrzehnten zunimmt
- Es sollte eine Definition der „letzten verbleibenden Primär- und Altwälder, die möglicherweise strengen Schutz benötigen“ gegeben werden
5. Wir unterstützen die Ansichten des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten
Die Schlussfolgerungen des Rates (11. November 2020) und die Entschließung des Europäischen Parlaments (8. Oktober 2020) weisen den Weg für die Inhalte der EUFS. Beide Institutionen fordern einen ganzheitlichen Ansatz, um Wälder und ihre Multifunktionalität anzugehen, auf NWB im Sinne von Forest Europe aufzubauen und die Kompetenzverteilung zwischen der EU und den Mitgliedstaaten zu respektieren.
Read full responseResponse to Commission Delegated Regulation amending Annex IV to the LULUCF Regulation
14 Sept 2020
Die Waldschäden durch Hitze, Trockenheit, Waldbrände und Schädlinge haben nicht nur in Mitteleuropa, sondern in der gesamten EU und weit darüber hinaus (z.B. USA-Westküstenstaaten, Russland) ein dramatisches Ausmaß und ein Tempo angenommen, das man bei den Verhandlungen über LULUCF nicht für möglich gehalten hat.
Aktuell zieht der Klimawandel großen Teilen der Wälder – auch sehr naturnahen Wäldern - und Waldbesitzern jeder Eigentumsart „den Boden unter den Füßen weg“.
Diese Entwicklung kann aus unserer Sicht auch für die Regelungen der LULUCF-VO (vor allem Art. 8, 10) große Auswirkungen haben.
Wir appellieren daher an die EU, rechtzeitig bis zum Ende der ersten Periode 2021-2025 eine umfassende aktuelle Analyse vorzulegen,
- wie die Lage der Wälder und ihrer C-Vorräte wirklich ist und
- ob die Mechanismen der LULUCF-VO mit dieser Situation zurechtkommen und sinnvolle Ergebnisse liefern oder ob sie für die Zukunft angepasst oder notfalls sogar abgeschafft werden müssen.
Wie wird sichergestellt, dass die Kalkulationen für die C-Speicher im Boden nach gleichen Methoden/Modellen erfolgen, wenn einerseits das Yasso-Modell als Kalkulationsmodell herangezogen werden darf, und andererseits Kalkulationen nach dem Yasso-Modell von der EU Kommission nicht anerkannt werden? Wie wird die Vergleichbarkeit gewährleistet?
Wir appellieren im Interesse der Wälder und Waldbesitzer aller Eigentumsarten an die EU, mit den Anstrengungen für einen raschen, weltweit wirksamen Klimaschutz nicht nachzulassen.
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