Deutscher Jagdverband
DJV
Nachhaltige Förderung und Sicherung von Tier-, Natur- und Landschaftsschutz, des Jagdwesens, der Jagdwissenschaft sowie jagdlicher Kultur und jagdlichen Brauchtums.
ID: 294880092233-35
Lobbying Activity
Response to Uniform format for national restoration plans
7 Feb 2025
Wir danken für die Gelegenheit, zu dem Entwurf eines Durchführungsrechtsakts - einheitliches Format für die nationalen Wiederherstellungspläne zur Verordnung über die Wiederherstellung der Natur Stellung zu nehmen. Vorweg möchten wir betonen, dass wir die Bemühungen der EU, die biologische Vielfalt zu sichern und die Natur zu schützen, grundsätzlich begrüßen und die Notwendigkeit anerkennen, Maßnahmen zur Renaturierung und zum Schutz von Ökosystemen zu ergreifen. Die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur lässt den Mitgliedsstaaten erhebliche Freiräume, wie sie die vorgegebenen Ziele erreichen. In diesem Zusammenhang müssen wir erneut auf die Bedeutung eines kooperativen Ansatzes hinweisen, der auf bewirtschafteten Flächen (also den allermeisten) den Schwerpunkt auf Maßnahmen legt, die im Einvernehmen mit den Bewirtschaftern von diesen umgesetzt werden und von der öffentlichen Hand vergütet werden. Freiwilligen Maßnahmen (bzw. solchen, die durch Anreizsysteme unterstützt werden) ist der Vorrang einzuräumen. Im Bericht, bzw. den Widerherstellungsplänen, sollten sich die Mitgliedsstaaten dazu äußern müssen, wie sie dies umsetzen (bzw. umsetzen wollen). Vor diesem Hintergrund sehen wir die Fülle, der laut dem Berichtsformat anzugebenden Daten kritisch. Wir halten es für unrealistisch schon in den Wiederherstellungsplänen die einzelnen Maßnahmen in dieser geforderten Detailtiefe aufzuführen. Denn allein schon die Planung der einzelnen Maßnahmen, dürfte in vielen Fällen mehr Zeit erfordern, als den Mitgliedstaaten für die Erarbeitung der Wiederherstellungspläne bleibt. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die Maßnahmen kaum im Detail auf der Ebene der Mitgliedstaaten geplant werden können. Sie müssen in erster Linie dort geplant werden, wo sie umzusetzen sind, auch um die jeweiligen Ursachen für den schlechten Zustand eines bestimmten Gebietes oder eines Indikators berücksichtigen zu können. Im Bericht über die einzelnen Maßnahmen fehlen bislang Angaben zu sozio-ökonomischen und sozio-kulturelle Belastungen, die bei der Planung der Maßnahmen einbezogen werden müssen, aber im Bericht nicht abgefragt werden. Auch mögliche Zielkonflikte, etwa zwischen großen Beutegreifern, wie dem Wolf und dem Erhalt der Almwirtschaft sowie die Gefährdung von Wiederherstellungszielen durch invasive gebietsfremde Arten, müssten stärker berücksichtigt werden. Auch wenn es die Mitgliedsstaaten sind, die gegenüber der EU-Kommission über die Umsetzung der Maßnahmen berichten, befürchten wir jedoch eine deutliche Belastung der Bewirtschafter der Flächen, auf denen die Maßnahmen umgesetzt werden, durch detaillierte Berichtspflichten (auf mitgliedsstaatlicher Ebene). Dies wird durch die Detailtiefe des einheitlichen Berichtsformats gefördert. Damit werden Ansätze zu einer kooperativen Umsetzung von Maßnahmen konterkariert.
Read full responseMeeting with Carmen Preising (Cabinet of Commissioner Virginijus Sinkevičius)
18 Jul 2023 · Discussion on the conservation status of wolves in Germany