EU-XXL - Kulturverein zur Förderung der europäischen Integration
EU XXL Film
Der Austausch von Kunst und Kultur hat in einem zusammenwachsenden Europa höchste Priorität.
ID: 520965836032-19
Lobbying Activity
Response to Strengthening social dialogue
18 Oct 2022
EU XXL Film begrüßt die Initiative „Stärkung des sozialen Dialogs in der Europäischen Union“ ausdrücklich und weist mit Nachdruck auf die Wichtigkeit hin, die Vertretungen der Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen zu kollektivvertraglichen Lösungen zu ermutigen.
Die EU hat klar erkannt, dass die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts anders aussieht. Die industrielle Arbeitswelt wandelte sich zur Dienstleistungsgesellschaft, die von Solo-Selbständigen getragen und geprägt wird. Die EU muss zur Kenntnis nehmen, dass zur Gruppe der Angestellten und Unternehmer*innen nun diese Solo-Selbständigen hinzutreten, die eben nicht Angestellte oder Unternehmer*innen sind. EU XXL Film ist der Ansicht, dass jene Gruppe bislang total rechtlos gestellt ist, arbeitsrechtliche Schutzbestimmungen nicht für sie funktionieren, es existiert kein Rechtsschutz.
Die EU stellt mit der Mitteilung und der Empfehlung nun Maßnahmen in Aussicht, die sicherlich in die richtige Richtung gehen. EU XXL Film betont die entscheidende Bedeutung des collective bargaining und hebt hervor, dass es gezielt dazu eingesetzt werden kann, die Arbeitswelt neu zu ordnen, ein dringendes Muss. EU XXL Film bekräftigt, dass auch Solo-Selbständige das Recht haben müssen, sich gewerkschaftlich zu organisieren und kollektiv Mindesthonorare auszuverhandeln.
Die Zahl der Angestellten wird weiter zurückgehen, die der Solo-Selbständigen weiter steigen. EU XXL Film bringt seine Besorgnis darüber zum Ausdruck, dass ein digitales Proletariat im Begriff ist, sich zu bilden. EU XXL Film beharrt in diesem Punkt auf eine gewerkschaftliche Vertretung der Solo-Selbständigen und fordert die Europäische Kommission in diesem Zusammenhang auf, für eine solche Vertretung starke Regulative zu schaffen, die unter anderem geregelte Arbeitszeiten und Mindesthonorarkataloge garantieren. Nur so kann das Grundrecht auf Selbstbestimmung in der Arbeitswelt (freie Wahl der Urlaubszeiten etc.) auch dem digitalen Proletariat zu Gute kommen und (Selbst-)Ausbeutung (führt vermehrt in Burnouts) verhindert werden.
Wenn Gewerkschaften nicht zur Kenntnis nehmen, dass nicht nur Arbeitnehmer*innen sondern auch Solo-Selbständige ihre neue und natürliche Klientel darstellen, werden sie über kurz oder lang jegliche politische Bedeutung verlieren. In einer immer komplexer werdenden Zeit sind effiziente, auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt ausgerichtete Gewerkschaften unverzichtbar.
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