Fair and Green e. V.
Fair and Green e.V.
ID: 985513047145-44
Lobbying Activity
Meeting with Christine Schneider (Member of the European Parliament)
30 Oct 2025 · Project "AmBiTo"
Response to Sustainable use of pesticides – revision of the EU rules
12 Sept 2022
Als Verband für nachhaltigen Weinbau unterstützt der Fair and Green e. V. grundsätzlich die
Ambition der EU-Kommission die potenziellen Umweltrisiken von PSM zu reduzieren. Die
pauschalen Mengenreduktionsziele innerhalb des Vorschlags verfehlen allerdings das
übergeordnete Ziel des Umweltschutzes und gefährden gleichzeitig die Ertragssicherheit und die
Betriebserfolge in der Weinwirtschaft.
Weitreichende Folgen für deutsche Kulturlandschaften
Aktuell liegen noch keine konkreten Zahlen für Deutschland vor, wie viele Hektar (ha) Rebfläche
vom Vorschlag der Kommission zu empfindlichen Gebieten betroffen wären. Entsprechende Daten
werden zurzeit vom BMEL erhoben. Allerdings sind die Abschätzungen regionaler Winzerverbände
für ihre Gebiete alarmierend. Fast das gesamte Moseltal ist als Landschaftsschutzgebiet
ausgezeichnet. Auch die Flächen an Nahe und Ahr wären stark betroffen. Das Weinbaudezernat
im Rheingau nennt eine Rebfläche von 27 ha in Naturschutzgebieten, 25 ha in FFH-Gebieten und
324 ha in Wasserschutzgebieten. In Baden-Württemberg fiel etwa ein Drittel der Rebfläche, 9.100
ha, unter die Einschränkung. Mit dem aktuellen Vorschlag der EU-Kommission wird der Weinbau
in vielen deutschen Gebieten und damit auch der Erhalt von wertvollen, teilweise 2000-jährigen
Kulturlandschaften mit einer einzigartigen Flora und Fauna akut gefährdet. Zudem wird dadurch
der Erhalt von Landschaften zur Erholung und auch der Tourismus in Frage gestellt und
gewachsene Dorfstrukturen würden stark bedroht oder gar verschwinden.
Fokus auf Reduzierung negativer Umweltauswirkungen statt Mengen
Der moderate Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist auch in einer nachhaltigen Landwirtschaft
essenziell, um Qualität und Quantität der Erträge und damit die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit
der Betriebe zu sichern. Der potenzielle Ertragsausfall durch Schadorganismen im Weinbau wird
auf 17 bis 40 Prozent geschätzt. Im Zuge immer extremerer Wetterereignisse sind auch komplette
Ertragsausfälle möglich. Die eingesetzten Wirkstoffe können Nebeneffekte auf die Umwelt und den
Menschen haben, welche auf ein Minimum reduziert werden müssen. Dabei sagen die
ausgebrachte Menge und der Ursprung eines PSM allerdings nichts über die Umweltwirkung aus.
Aus diesem Grund sind Systeme notwendig, die nicht ausschließlich auf eine Reduzierung der
Menge, sondern auf die Reduzierung der negativen Umweltauswirkungen von PSM abzielen.
Von Beginn an ist es ein wichtiges Ziel des Fair and Green e.V., dass der Weinbau auch in Zukunft
ausreichend und qualitativ hochwertiges Lesegut erzeugen und gleichzeitig konkrete
Umweltschutzmaßnahmen erbringen kann. Der Fair and Green e. V. hat vor diesem Hintergrund,
zusammen mit dem Pflanzenschutzexperten Lars Neumeister, den Toxic Load Indicator (TLI)
bereits 2013 für den Weinbau weiterentwickelt, um PSM anhand ihrer Toxizität zu bewerten und
die Betriebe somit zum geeigneten Einsatz beraten zu können. Aufgrund mehrjähriger Anwendung
und den damit verbundenen Datenerhebungen hat sich gezeigt, dass die Betriebe mithilfe des TLI
den Einsatz stark toxischer PSM deutlich reduzieren und gleichzeitig die Ertragsqualität nachhaltig
bewahren oder sogar ausbauen konnten. Das System TLI wird zudem sowohl von Bio- als auch
nicht-Bio-Betrieben erfolgreich angewendet. Mit dem TLI für den Weinbau steht somit ein
praxiserprobtes System zur Verfügung, welches das Ziel der Reduzierung des Umweltrisikos von
PSM erfolgreich umsetzen kann.
Der Fair and Green e. V. fordert die europäischen PSM-Reduktionsziele vorrangig an die
Umweltwirkung des Wirkstoffs und nicht ausschließlich an die Menge zu koppeln. Die einseitige
schwarz-weiß Betrachtung des Pflanzenschutzes muss durch eine wissenschaftsbasierte
Betrachtungsweise ersetz
Read full response