Global Food Summit

GFS

Der Global Food Summit ist eine Konferenzplattform auf der gesellschaftspolitische Diskussionen stattfinden und innovative Lösungen der Lebensmittelwirtschaft vorgestellt werden die dazu beitragen, die UN Ziele 2030 zu erreichen.

Lobbying Activity

Response to Agronomic efficiency and safety criteria for by-products in EU fertilising products

14 Jan 2022

I. Vorbemerkung Für die Transformation hin zu einer nachhaltigen Nutzung und zum Schutz natürlicher Ressourcen bedarf es politischer Maßnahmen. Im Jahr 2019 wurde von der EU-Kommission das Konzept des „Green Deal“ vorgestellt sowie ein Jahr später, 2020, der Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft. Beide Pläne beschreiben die Ziele und Anstrengungen der EU, bis 2050 den Übergang zu einer kreislauforientierten, klimaneutralen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft zu ebnen. Das Potential bisher ungenutzter (Sekundär-) Rohstoffe, wie beispielsweise menschliche Fäkalien, ist groß. Denn menschliche Fäkalien stellen den größten Eintragungspfad in kommunale Abwässer dar, die in Klärwerken energieintensiv zurückgewonnen oder entfernt werden müssen. II. Problembeschreibung Dennoch ist die Anwendung von Recyclingdüngern aus Urin und menschlicher Fäzes in der EU von existierenden rechtlichen Regelungen bislang nicht abgedeckt und somit derzeit in der Agrar-Praxis nicht möglich.Das liegt das daran, dass getrennt von Abwasser gesammelte menschliche Fäkalien rechtlich nicht existieren, weil sie weder als Abwasser (im Abwasserrecht), noch als Abfallstoff (im Abfallrecht) oder gar als Ausgangsstoff zur Düngerherstellung (im Düngerecht) definiert sind. III. Lösungsansatz Zum Erreichen einer Nährstoffkreislaufführung und langfristigen Erzielung einer Wertschöpfung aus diesen Produkten, besonders Phosphor und Stickstoff-Rückgewinnung, regen wir an, die rechtliche Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, die ein Inverkehrbringen dieser neuartigen Recyclingdünger erlauben und regeln. Dies ist zum Beispiel in der Schweiz bereits möglich. So wurde der aus Urin hergestellte Dünger "Aurin" der Vuna GmbH als Recyclingdünger zugelassen. Für die landwirtschaftliche Verwertung muss der Nachweis der Schadlosigkeit sowie die Rechtssicherheit für das Inverkehrbringen von Recyclingdüngern aus sanitären Nebenstoffströmen gebracht werden. Der Nachweis, dass ein Produkt nach Durchlaufen einer Behandlungsmethode unbedenklich, weil schadlos ist, erfolgt üblicherweise im Rahmen einer Qualitätssicherung. Ein erster, wichtiger Schritt für die Qualitätssicherung in der Verwertung sanitärer Nebenstoffströme ist daher die Veröffentlichung der Produktspezifikation DIN SPEC 91421:2020 „Qualitätssicherung von Recyclingprodukten aus Trockentoiletten zur Anwendung im Gartenbau“ im Dezember 2020. IV. Forderungen Deshalb: -begrüßen wir ausdrücklich die im vorliegenden Rechtsakt vorgesehen Ausweitung der Düngemittel auf organische und recycelte Ausgangsstoffe und die damit verbundene Kreislaufführung von Nährstoffen. -empfehlen wir die Aufnahme von Recyclingdünger aus menschlicher Fäzes und menschlichem Urin, da diesen, wie beschrieben, weder unter das Abfallrecht (Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG) noch unter das Abwasserrecht fallen. -empfehlen wir Technologieoffenheit um künftige Forschungsergebnisse berücksichtigen zu können. -empfehlen wir, die beiden Kreislaufverfahren für Recyclingdünger aus menschlicher Fäzes und menschlichem Urin bei der Änderung des Rechtsaktes 2019/1009 dahingehend zu berücksichtigen, dass zumindest einer zukünftigen Weiterentwicklung des Forschungsstandes und einer Ausdehnung des juristischen Rahmen auf menschliche Fäzes und menschlichen Urin im Abfallgesetz nicht ausgeschlossen ist. Gezeichnet: Konsortiumsmitglieder des BMBF-Forschungsprojektes: "REGION.innovativ - ZirkulierBAR" Interkommunale Akzeptanz für nachhaltige Wertschöpfung aus sanitären Nebenstoffströmendes (www.zirkulierbar.de) Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) e.V. Die Stadt Eberswalde Der Landkreis Barnim Die Kreiswerke Barnim GmbH Finizio – Future Sanitation Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) Die Technische Universität Berlin Das DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum Agentur mfm-menschen für medien izt – Institut für Zukunftstudien und Technologiebewertung EAWAG, CH UCS GmbH, CH
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