Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V.

ZDG

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.

Lobbying Activity

Meeting with Maria Noichl (Member of the European Parliament, Shadow rapporteur)

7 Nov 2025 · Öko-VO und Tiertransport-VO

Meeting with Christine Singer (Member of the European Parliament)

2 Oct 2025 · Tiertransporte

Response to European climate resilience and risk management law

4 Sept 2025

Stellungnahme zur Europäischen Initiative für Klimaresilienz und -risikomanagement 1. Einleitung Die deutsche Geflügelwirtschaft begrüßt das Ziel der Europäischen Kommission, mit der Initiative zur Klimaresilienz und -risikomanagement einen kohärenten politischen Rahmen zu schaffen, um Europas Ernährungssicherheit, wirtschaftliche Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit auch unter klimatischen Extrembedingungen zu sichern. Als systemrelevanter Bestandteil der europäischen Lebensmittelkette unterstreicht die Geflügelwirtschaft ihre Bereitschaft zur aktiven Mitgestaltung und Umsetzung klimabezogener Anpassungsmaßnahmen. Überwiegend sollten die Anpassungsstrategien auf Basis von Anreizen bestehen und regulatorische Maßnahmen vermieden werden. 2. Leistungsfähigkeit der deutschen Geflügelwirtschaft Die deutsche Geflügelwirtschaft zeichnet sich durch eine ressourceneffiziente Produktion, hohe Tiergesundheitsstandards und kurze Wertschöpfungsketten aus. Sie ist im europäischen Vergleich besonders emissionsarm pro kg erzeugtem Ei oder Fleisch. Im Sinne der Klimaresilienz bedeutet dies: Geringer Ressourceneinsatz, kurze Vorlaufzeiten, hohe Reaktionsfähigkeit bei Versorgungsengpässen. Geflügel hat die beste Effizienz betreffend der eingesetzten Ressourcen zur Erzeugung hochwertigen Fleisches. Damit verbunden sind die geringsten Emissionen je kg erzeugten Fleisches. Durch die Erzeugung von Geflügelfleisch verbessert sich die Proteinwertigkeit im Vergleich zur Proteinqualität der eingesetzten Futterrohstoffe (Getreide, Nebenprodukte etc.). 3. Klimarisiken für die Geflügelwirtschaft Die EU-Klimarisikobewertung identifiziert zentrale Gefährdungen auch für die tierische Erzeugung, darunter: Zunehmende Dürren und Wasserknappheit, die Futterproduktion, Stallklimatisierung und Trinkwasserversorgung beeinträchtigen. Hitzestress bei Nutztieren und Beschäftigten. Versorgungsschwankungen und Preisvolatilität bei Futtermitteln, teils importbasiert. Kaskadeneffekte zwischen Futtermittelverfügbarkeit, Tiergesundheit und Marktstabilität. 4. Empfehlungen und Forderungen zur Stärkung der Resilienz Um auch unter veränderten Klimabedingungen eine sichere Versorgung mit Geflügelprodukten zu gewährleisten, sind folgende Maßnahmen prioritär: Investitionsförderung in klimastabile Infrastrukturen, z. B.: ­ hitzeresiliente Stalltechnik, ­ Notwasserversorgungssysteme, ­ nachhaltige Energielösungen (Photovoltaik, Wärmetauscher). Forschung und Entwicklung zu: ­ klimaangepassten Futterkonzepten (z. B. heimische Eiweißträger, geringer Wasserverbrauch), ­ tierbezogener Hitzetoleranz und Gesundheitsmanagement. Absicherung von Futtermittelversorgung und -lagerung, z. B. durch: ­ strategische Futtermittellager, ­ EU-Notfallinstrumente für den Agrarhandel. Anpassung der GAP-Instrumente: ­ stärkere Unterstützung klimaangepasster Tierhaltungsformen, ­ gezielte Förderung effizienter Stallumbauten in benachteiligten Regionen. Einbindung tierischer Erzeugung in resiliente Ernährungssysteme, auch im Rahmen der Farm to Fork-Strategie, ohne pauschale Reduktions-ziele für tierische Lebensmittel zu verfolgen. 4a. Ergänzender Aspekt: Auswirkungen von Zucht- und Haltungsformen auf die Klimabilanz Für die Klimaresilienz der Geflügelwirtschaft ist es wesentlich, dass Zucht- und Haltungsentscheidungen auch unter dem Blickwinkel ihrer Klimawirkung bewertet werden. Langsam wachsende Rassen benötigen deutlich längere Mastzeiten (bis zu 60 Tage gegenüber 3739 Tagen bei modernen Linien) und verbrauchen dadurch erheblich mehr Futter, Wasser und Energie. Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass dadurch die Treibhausgasemissionen pro kg Fleisch um bis zu 2530 % steigen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Futtererzeugung bis zu 90 % der Gesamtemissionen in der Broilerproduktion verursacht. Auch höhere Haltungsformen (z. B. Außenklimaställe, Freilandhaltung) bringen einen größeren Flächenbedarf sowie eine geringere Produktionsdichte
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