Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V.
ZV
Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V.
ID: 055540510372-34
Lobbying Activity
Response to Establishing a legal limit for the industrial trans fats content in foods
1 Nov 2018
Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V. nimmt den Schutz der Verbraucherschaft in der EU vor gesundheitsschädlichen Stoffen in Lebensmitteln sehr ernst. Daher veröffentlichen wir regelmäßig Informationsmaterialen für unsere Betriebe, um das Risiko der Entstehung oder des Eintrags gesundheitsschädlicher Stoffe in Lebensmitteln zu reduzieren. Andererseits sind wir darauf bedacht, den Nutzen von Maßnahmen des Gesundheitsschutzes in einen vernünftigen Ausgleich mit dem Aufwand für unsere Betriebe und das Risiko einer öffentlichen Verunglimpfung von Herstellern und deren Produkten zu bringen.
In Bezug auf Transfettsäuren (TFA) haben wir frühzeitig gehandelt und bereits im Jahr 2016 eine Informationskampagne für Lebensmittelhersteller zur Aufklärung über die Minimierungsmaßnahmen mitfinanziert. Deren Ziel war es, Hersteller effektiv über die Maßnahmen bei der Lebensmittelherstellung zu informieren, um das Risiko einer TFA-Entstehung zu reduzieren. Dieser Leitfaden ist als Anlage beigefügt.
Es kann allerdings nicht garantiert werden, dass Produkte, die unter Beachtung aller Risikominierungsmaßnahmen hergestellt werden, den vorgesehenen Grenzwert in jedem Fall unterschreiten. Es kam somit im Einzelfall zu "Ausreißern" kommen, die den geplanten Höchstwert überschreiten, obwohl der Rest der hergestellten Produkte nicht zu beanstanden ist.
Ohne signifikante Änderungen stellt der Verordnungsentwurf eine unzumutbare Belastung für die handwerkliche Backwarenherstellung dar und könnte das Aus für die handwerkliche Produktion von Siedebackwaren sein. Dies liegt nicht daran, dass Handwerksbetriebe nicht gewillt sind, zur Reduktion der TFA-Aufnahme beizutragen, sondern am zusätzlichen Aufwand, der durch die erforderlich werdenden Eigenuntersuchungen und Abwehr von Beanstandungen entsteht. Mangels Möglichkeit zu permanenten Eigenuntersuchungen und Standardisierungsoption für den Herstellungsprozess sieht sich der Bäcker der ständigen Unkenntnis bezüglich der Einhaltung des Grenzwerts konfrontiert. Es ist zudem zu berücksichtigten, dass die gesetzlichen Pflichten auch für kleine Lebensmittelunternehmer in der letzten Zeit stetig und massiv zunehmen (z. B. neue Kennzeichnungspflichten durch die LMIV, insb. die Nährwertdeklaration, Umsetzung der Acrylamidverordnung, F-Gas-Verordnung, Ausweitung der Tachographenpflicht). Daher lehnen wir die Einführung eines gesetzlichen Höchstwerts, der sich ausschließlich an Letztverteiber richtet, ab. Es ist zielfühender, entsprechend der AcrylamidVO die Anwendung der Minimierungsmaßnahmen verbindlich festzuschreiben.
Ebenso enthält der Verordnungsentwurf keinerlei Vorgaben über die Durchführung der Kontrolle des TFA-Gehalts. Sollte ein Grenzwert entgegen unserer Kritik eingeführt werden, wären zumindest solche Vorgaben erforderlich, weil der Grenzwert auch für sehr kleine bzw. leichte Produkte wie z. B. Kekse gilt. Es muss verhindert werden, dass eine ganze Charge an Keksen verworfen werden muss, weil darin ein einzelner Keks den Grenzwert überschreitet. Daher muss gesetzlich vorgeschrieben werden, dass zur Untersuchung eine repräsentative Stichprobe aus einer Charge entnommen wird.
Zudem sollte bei der Einführung des Höchstwerts ein der österreichischen Regelung entsprechendes abgestuftes Modell eingeführt werden, wonach der erlaubte TFA-Gehalt im Fettanteil des Lebensmittels mit sinkendem Gesamtfettgehalt zunehmen darf.
Zu begrüßen ist die geplante Kennzeichnungspflicht für Hersteller bzw. Lieferanten von Siedefetten bezüglich deren TFA-Gehalts. Wenn der Regelungsansatz der Kommission die Verantwortung für die Einhaltung des Grenzwerts allein auf den Letztvertreiber von Lebensmitteln abwälzt, so ist zumindest sicherzustellen, dass diese alle verfügbaren relevanten Informationen erhalten. Diese Informationspflicht ist gesetzlich zu verankern, um mögliche Implikationen mit den Vorschriften zur Nährwertkennzeichnung nach der LMIV und den Vorschriften der HCVO zu vermeiden.
Read full response30 Jan 2018
The comments of the German Bakers' Association on the Draft Implementing Regulation can be found in the attached document.
Contact Person:
Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V.
Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt) Christian Steiner
Neustädtische Kirchstraße 7a
10117 Berlin
T: +49 (0) 30 / 20 64 55-38
F: +49 (0) 30 / 20 64 55-40
steiner@baeckerhandwerk.de
www.baeckerhandwerk.de
Read full response29 Jun 2017
We, the German Baker’s Confederation, represent the interests of about 12,000 craft businesses within Germany. Currently the German craft bakers are employing more than 275,000 people and about 66 % of the businesses are micro sized with an annual turnover less than 500,000 Euros. Since 2014 the German bread culture is world famous by acknowledgement of the German UNESCO commission as immaterial cultural heritage.
Thus the German craft bakeries shall not be confronted with unfeasible requirements in order to reduce the acrylamide content in their products at a level which, however, endangers traditional recipes. All legal binding measurements and benchmark levels shall be based on scientific data and not on pragmatism.
Initially we want to thank the European Commission for granting the opportunity to comment on this draft. Several improvements with respect to the demands of SME have already been included, for example the exemption from continuous sampling and analysis of the acrylamide content in craft bakery wares, which would have become an unbearable financial burden for the most of our member companies. Another important improvement is the appreciation of extended yeast fermentation as a mitigation measure, which can be implemented easily in each craft bakery.
Additionally we welcome the clear classification of food businesses in Article 2 of the draft, especially in paragraph 2. Since the criterion “ready to eat food” has been removed and the delivery of “local retail establishments” doesn’t lead to an exemption from the application of annex II of the draft, most craft bakeries may fulfil the requirements of the draft regulation without any cost and time intensive requirements.
On the other hand, we deem it as worrying that avoiding a “dark roasting of the crust” is still enlisted in the mitigation measures in part A of annex II. The colour of the crust doesn’t have any influence on the content of acrylamide in bakery wares. A dark dough as a result of the use of dark ingredients will lead in every case to a dark crust (e. g. in pumpernickel), but this doesn’t mean that such a bread is “burnt” or “unhealthy”. Quite in contrary, wholegrain products, which are high on fibre, always have are darker crust since wholegrain flour is naturally darker than plain, white flour. Therefore, any regulation that incriminates dark products (e. g. wholegrain products) as “unhealthy” or otherwise adverse should be cancelled.
Anyway the most adverse chance compared to former revisions of the draft is the considerable lowering of the “benchmark values” in annex IV. We can’t see any scientific approach for this; no newly published data is available. Even the EFSA opinion concerning acrylamide in food in 2015 revealed any scientific background for this change in the legislative procedure. Former benchmark values have already been challenging enough for craft bakeries, but recent values are hazardous.
With respect to the missing scientific background for the new benchmark values, we want to highlight that we explicitly deny any restrictions for single products that exceed this benchmark values, for example a withdrawal from the market. It should be made clearer that this benchmark values aren’t an indicator for food safety and not a legal limit. Any claims for a withdrawal from the market just as a kind of “punishment” of operators should be rejected. The withdrawal of safe food is nothing other than food waste, therefore the Commission shouldn’t follow these polemic requirements.
Christian Steiner
In-house lawyer food and competition law
German Bakers' Confederation
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