Stellungnahme zum Bericht über die Öffnung von Förderregelungen nach Art. 5 Abs. 5 EU-Richtlinie 2018/2001 (RED II) Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e.V. (DWV) begrüßt die Bestrebungen die nationalen Förderungen für Strom aus erneuerbaren Quellen für Erzeuger in anderen Mitgliedstaaten nach Artikel 5 der EU-Richtlinie 2018/2001 (RED II) auszudehnen. Eine Umgestaltung des Artikels 5 von einer optionalen (kann) - zu einer verpflichtenden (muss) Regelung trägt zweifelsohne zum Erreichen der EU-Klimaziele und den entsprechenden erneuerbaren Ausbauziele 2030 bei. Der DWV weist eindrücklich darauf hin, dass beim europaweiten Austausch erneuerbarer Energien über die Landesgrenzen der einzelnen Mitgliedsstaaten nicht nur Elektronen, sondern auch explizit gasförmige Moleküle berücksichtigt werden müssen. Für einen grenzüberschreitenden Transport der erzeugten erneuerbaren Energien bis in das ausschreibende Land stehen in der Regel keine ausreichenden Stromleitungskapazitäten in den erforderlichen Größenordnungen zur Verfügung. Der Transport der erneuerbaren Energien kann realistisch gesehen nur gasförmig als beigemischter oder reiner Wasserstoff über Pipelines erfolgen. Gleichzeitig eröffnet diese Transportoption ebenfalls die Möglichkeit der saisonalen Speicherung der erneuerbaren Energien, was für eine versorgungssichere erneuerbare Energieversorgung der europäischen Industrie und Bürger unabdingbar ist. Die EU muss die Option, dass grenzübergreifend geförderter erneuerbarer Strom ebenfalls als Moleküle, unter Berücksichtigung der durch den Wandlungsprozess technisch bedingten Mehrkosten, explizit in das jeweilige fördernde europäische Mitgliedsstaat transportiert werden kann. Mit der Verpflichtung der grenzübergreifenden Förderung erneuerbarer Energien in Kombination mit dem Transport als Wasserstoff über Pipelines werden die wirtschaftlichen Voraussetzungen geschaffen, dass Regionen mit großen Potenzialen für die Erzeugung erneuerbarer Energien mit den (industriellen) Großabnehmern in der notwendigen Geschwindigkeit miteinander verbunden werden können.
Stellungnahme zum Entwurf der EU-Kommission zum DELEGIERTEN RECHTSAKT zur Ergänzung der Richtlinie (EU) 2018/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates durch die Festlegung eines Mindestschwellenwerts für die Treibhausgasemissionseinsparungen durch rezyklierte kohlenstoffhaltige Kraftstoffe und durch die Festlegung einer Methode zur Bewertung derTreibhausgasemissionseinsparungen
durch erneuerbare flüssige und gasförmige Kraftstoffe nichtbiologischen Ursprungs und durch rezyklierte kohlenstoffhaltige KraftstoffeDer
DWV begrüßt den Entwurf des DELEGIERTEN RECHTSAKTS (EU) der EU-Kommission ) zur Ergänzung der Richtlinie (EU) 2018/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates durch die Festlegung eines Mindestschwellenwerts für die Treibhausgasemissionseinsparungen durch rezyklierte kohlenstoffhaltige Kraftstoffe und durch die Festlegung einer Methode zur Bewertung der Treibhausgasemissionseinsparungen durch erneuerbare flüssige und gasförmige Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs und durch rezyklierte kohlenstoffhaltige Kraftstoffe.
Für einen effizienten und schnellen Hochlauf der erforderlichen grünen WasserstoffMarktwirtschaft, empfiehlt der DWV geringfügige, jedoch für die notwendige Investitionssicherheit, richtungsweisende Ergänzungen im DELEGIERTEN RECHTSAKT.
Die vorgeschlagenen Änderungen ermöglichen es den Mitgliedsstaaten, die Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen kostenneutral, in Bezug auf andere Vermeidungsoptionen und effizient über die in den Verkehr gebrachten Kraftstoffe, die mit grünem Wasserstoff oder daraus produzierten Derivaten aus erneuerbaren Energien erzeugt wurden, zu erreichen.Grüner Wasserstoff wird ein wesentlicher Bestandteil einer versorgungssicheren, defossilisierten Energiewirtschaft sein. Wasserstoff kann in einer Vielzahl von Anwendungen in der Industrie, Mobilität oder Wärmeversorgung eingesetzt werden und als Energieträger über Pipelinesystemen kostengünstig und effizient verteilt werden. Die Priorität der Energieversorgung liegt auf dem Ausbau erneuerbarer Energien, daher wird auch Wasserstoff idealerweise ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt.
Um in der Aufbauphase einer grünen Wasserstoff-Marktwirtschaft den Wasserstoffbedarf zu decken, kann auch elektrochemisch erzeugter Wasserstoff aus anderen Energiequellen eine temporäre Option sein. Dabei sind Verpflichtungen zur nachhaltigen Emissionsminderung vollumfänglich einzuhalten, um einen zukunftsorientierten Wasserstoffmarkt zu etablieren. Eine europäische grüne Wasserstoff-Marktwirtschaft verbindet wirtschaftliche Chancen und eine versorgungssichere erneuerbare Energieversorgung. Dabei gilt es Investitionssicherheit zu schaffen, um den Hochlauf zu beschleunigen und Hemmnisse frühzeitig aus dem Weg zu räumen.
Das Maßnahmenpaket „REPowerEU“ hat mit 20 Mio. Tonnen für 2030 an Wasserstoff, der mit erneuerbaren Energien erzeugt wird, die notwendige Menge zur Substitution des Imports von russischem Erdgas evaluiert. Für die Produktion dieser erneuerbaren Wasserstoffmengen müssen insgesamt ca. 250 bis 300 GW an Elektrolyseleistung in der EU und außerhalb EU (50/50) der errichtet und betrieben werden. Aktuell fehlt es jedoch an jeglichem Marktdesign für einen investitionssicheren Hochlauf. Ausschließlich mit Fördermitteln wird ein derartiges Volumen an Elektrolyseuren nicht errichtet und betrieben werden können.
Weitere Positionen entnehmen Sie bitte der beigefügten schriftlichen Stellungnahme des DWV.
Stellungnahme zur Initiative „Energiediplomatie – Europäische Strategie für das Handeln im internationalen Energiebereich“ der Europäischen Kommission
H2Global als Instrument europäischer Energiediplomatie
Der DWV begrüßt den Vorschlag des Europäischen Rates und die Initiative der Europäischen Kommission und unterstützt die Ziele der Initiative, den Zugang zu sauberer Energie zu fördern, die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit und Etablierung von offenen und transparenten Märkten, weltweite Förderung der Energiewende mithilfe internationaler Organisationen und die Gestaltung einer sozial gerechten Energiewende. Nur ein globaler und multilateraler Ansatz wird dafür sorgen, dass Europa gemeinsam mit alten und neuen Partnern seine Klimaschutzambitionen nachhaltig bis 2050 umsetzen kann.
Insbesondere unterstützt der DWV, die Aufforderung an die Kommission, Wirtschafts- und Industriezweige dabei zu unterstützen ihren Beitrag dafür zu leisten, die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Dekarbonisierung unter der Wahrung internationaler Wettbewerbsfähigkeit abzufedern.
Ein wesentlicher Aspekt der Energiewende und den damit einhergehenden Umbrüchen im internationalen Energiesystem ist zweifelslos Wasserstoff und die Initiierung eines schnellen Hochlaufs einer Wasserstoffwirtschaft sowie dazugehörigen Leitmarktes. Die Dekarbonisierung des Energiesystems erfordert substanzielle Klimaschutz-Investitionen in allen Sektoren - bereits in der kommenden Dekade. Diese Investitionen werden aber immer noch nicht regulatorisch definiert und ambitioniert genug verfolgt. Dies hat zufolge, dass die notwendigen Investitionen für die Erreichung der europäischen Klimaziele 2050, nicht getätigt werden. Einer der Hauptgründe dafür ist der fehlende Markt für grünen Wasserstoff, um die potenziellen Angebots- und Nach-fragepreise wirtschaftlich auszugestalten.
Ein kurzfristiger Hochlauf einer grünen europäischen Wasserstoff-Energieunion und Wasserstoffwirtschaft ist aber dringend notwendig, um die europäische Wirtschaft zu stärken aber auch die Vorreiterrolle Europas im Engagement gegen den Klimawandel, glaubwürdig und im Sinne seiner Bürgerinnen und Bürger zu gestalten.
Die vollständige Stellungnahme finden Sie in dem beigefügten Dokument des DWV.
Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband bedankt sich, die Möglichkeit zu haben an dem Rückmeldeprozess zur Änderung der EU-Vorschriften für erneuerbare Energien teilzunehmen und begrüßt viele Aspekte der neuen Fassung.
Die Renewable Energy Directive (RED II) bietet den Mitgliedstaaten die Möglichkeit in einem marktwirtschaftlichen Umfeld eine europäischen nachhaltige erneuerbare Wasserstoff-Energiewirtschaft effizient zu etablieren und zugleich die europäischen Klimaziele zu erreichen. Insbesondere zur Revitalisierung der Wirtschaft nach der Corona Pandemie bietet ein kurzfristiger Hochlauf der Wasserstoff-Marktwirtschaft die Möglichkeit bis 2030 über 5 Mio. neue Arbeitsplätze zu schaffen. Daher gilt es in der Startphase den Hochlauf der Wasserstoff-Marktwirtschaft nicht durch zu hohe regulatorische Barrieren zu verzögern und zu verteuern.
Mit dem bearbeiten Vorschlag der Europäischen Kommission, ist es gelungen in vielen Bereichen, regulatorische Rahmenbedingungen so auszugestalten, dass ein Markthochlauf für eine grüne Wasserstoffwirtschaft perspektivisch möglich ist. Dennoch erlaubt sich der DWV Anmerkungen zu wichtigen Punkten zu machen, die einen Hochlauf hemmen könnten und empfehlen unsere Änderungsvorschläge zu berücksichtigen.
Der DWV weist aber auch darauf hin, dass neben regulatorischen Anreizen und Richtungsweisungen auch passende und effektive marktorientierte Fördermechanismen für einen wirtschaftlichen Betrieb der Wasserstofftechnologien (z. B. H2Global) notwendig sind, um eine Synchronisierung von Angebot und Nachfrage marktwirtschaftlich zu gewährleisten.
1. Die EU-Vorschriften für erneuerbare Energien sollten sich ausschließlich auf die Förderung erneuerbare Energien ausgerichtet sein und ausschließlich erneuerbare Gase und Flüssigkeiten sollten für die Anrechnung auf die europäischen und nationalen Klimaziele zugelassen werden.
2. Die aktuellen Ziele 2030 sind sowohl nicht ambitioniert genug, um die europäische Klimaneutralität 2050 zu erreichen als auch, um die Produktion industriell hergestellter Komponenten für den Aufbau einer klimaneutralen, europäischen Wasserstoff-Marktwirtschaft zu sichern. Ohne ambitioniertere Klimaziele, wird es nicht gelingen, die Chancen der klimagetriebenen Energiewende technologisch und wirtschaftlich zu nutzen. Des weiteren müssen Investitionssicherheiten für europäische Marktteilnehmer geschaffen werden, um die europäische Marktführerschaft halten zu können bzw. die Potenziale von 5,7 Mio. neuen europäischen Arbeitsplätzen und 800 Mrd. EUR Jahresumsatz einer zukünftigen Wasserstoff-Marktwirtschaft heben zu können.
3. Der aktuelle Entwurf des Artikel 25 genügt nicht, um die Klimaziele im Verkehr zuverlässig erreichen zu können. Die Klimaziele 2030 können nur unter Einbeziehung der aktuellen Bestandsflotte an PKWs in Europa erreicht werden. Die Ziele sind nur durch den Einsatz von erneuerbaren Kraftstoffen in der Bestandsflotte erreichbar. Aus diesem Grund sind die Verpflichtung in Artikel 25 deutlich nach oben zu korrigieren und mit spezifischen quantitativen Ziele für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs (RFNBOs) zu untermauern.
4. Unterziele für Wasserstoff und RFNBOs und zeitlich befristete Multiplikatoren sind essentiell, um sowohl Anreize für den Einsatz erneuerbarer Energien im gesamten Energiesystem zu schaffen als auch, um die noch bestehende Kostendifferenz zu nicht nachhaltigen fossilen Energieträgern für den Endkunden zu schließen.
Im beigefügten Dokument finden sie weitere Ausführungen und Änderungsvorschläge des DWV.
German Hydrogen and Fuel Cell Association (DWV) welcomes the opportunity to participate in this public consultation on the preparation of a future EU strategy for the development of a European hydrogen economy and industry and fully supports the EU's goal of achieving climate neutrality by 2050.
Hydrogen produced from renewable energies is one of the key elements for a successful energy transition. At the same time, the hydrogen economy also offers considerable economic opportunities for the European Union. Hydrogen must therefore play a central role in the reorientation of European energy policy and readjustment of economic policy. Europe still has a knowledge lead in the field of hydrogen technologies. This lead must be transformed as soon as possible into a comprehensive market launch and market ramp-up phase. If this is not done promptly, Europe will also be left behind in this global technological competition. Leading economies such as China, Korea and Japan are already vigorously pursuing the transformation path to hydrogen economies.
With a trend-setting and ambitious national hydrogen industry strategy, there is a unique opportunity to initiate the industrial market ramp-up for the plant construction of electrolysers, fuel cells, refuelling systems, storage systems, hydrogen compressors, hydrogen refineries for the production of hydrogen, synthetic fuels and raw materials in Europe. The common goal of the roadmap must be to create the best conditions for Europe to become the technology champion of the global hydrogen industry.
It is therefore important in the development and implementation of the strategy to address not only hydrogen as an energy carrier but also the enormous opportunities for industry and the economy that are associated with it - it is therefore not just a hydrogen energy roadmap, but a European hydrogen energy and industry strategy.
DWV recommends the EU Commission to ensure that the conditions for the market-based use of green hydrogen are created in the following sectors:
- Activating the use of hydrogen produced with renewable energies in all sectors (mobility, energy, heat, industry, chemistry),
- Activating the establishment of European value chains for the production of components for hydrogen production, transport, storage and use. (electrolysis, fuel cells, tank systems, storage tanks, etc.),
- Activation of the establishment of a closed European value chain for the production of fuel cell vehicles of all kinds (cars, trucks, special vehicles, rail vehicles, ships, aircraft),
- Activate the development of a European hydrogen infrastructure for the distribution of nationally, European and globally produced renewable hydrogen,
- Activation of international energy partnerships for the production of green hydrogen to supply Europe with renewable gaseous and liquid energy sources,
- Activation of research and development of innovative product solutions for the production, use, distribution and storage of hydrogen to be produced with renewable energies,
- Proactive acceptance measures to get economic actors, politicians and citizens in Europe positively disposed towards the hydrogen economy at an early stage.
It is now up to the EU Commission to establish and secure key technological competencies of the hydrogen economy in Europe and, as a result, to substantially strengthen the European position in the global economy. In this way, the EU Commission would actively secure its ability to act and shape almost all areas of policy in the long term.
For the short-term and efficient market introduction of green hydrogen and the associated development of a competitive national hydrogen strategy, the EU Commission must define a concrete European action plan with binding targets.
In the attachment you can find the concrete proposals of DWV for a European hydrogen strategy in terms of time and content.