Miles Mobility GmbH
MILES ist ein Carsharing Anbieter und in Deutschland und Belgien tätig.
ID: 730242993716-65
Lobbying Activity
Response to Clean corporate vehicles
14 Aug 2025
In den vergangenen Jahren haben wir aus dem Betrieb mit mehreren tausend vollelektrischen Carsharing-Fahrzeugen in verschiedenen Städten wertvolle Erfahrungen im Bereich der Elektromobilität gesammelt. Trotz oder gerade wegen dieser Erfahrungen halten wir eine vorgegebene Quote und ein konkretes Ziel für den Anteil von BEVs in der Flotte derzeit nicht für sinnvoll. Mehrere Faktoren erschweren aktuell den Einsatz von BEVs im Carsharing: Hohe Anschaffungskosten und unzureichende Reichweite: BEVs sind in der Anschaffung derzeit etwa ein Drittel teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (ICE), (ICEVs), haben aber eine deutlich geringere WLTP-Reichweite von nur etwa 40 %. Restwertrisiko: Das hohe Restwertrisiko von BEVs erschwert die Wirtschaftlichkeit signifikant. Branchenexperten erwarten, dass alle 2023 in Deutschland zugelassenen E-Fahrzeuge einen Restwertverlust von fast 3 Milliarden Euro erleiden werden. Ein funktionierender Sekundärmarkt für BEVs existiert noch nicht. Herausforderungen im Flottenmanagement: Aufgrund der Betriebsabläufe sind Kunden häufig weniger bereit, gemietete Fahrzeuge aufzuladen als zu betanken. Dies führt dazu, dass Carsharing-Anbieter eigenes Personal einsetzen müssen, um die Fahrzeuge am Ende einer Miete zu Ladestationen zu bringen. Das verschlechtert die Ökobilanz und die Rentabilität. Hinzu kommen kurze erlaubte Ladezeiten von drei bis vier Stunden in den Kommunen, die bei Überschreitung zu Bußgeldern oder Blockiergebühren führen können. Die Ladegebühren an öffentlichen Ladestationen stellen einen zusätzlichen Kostenfaktor dar. So können die Gesamtkosten für ein BEV doppelt so hoch sein wie für einen Verbrenner. Herausforderungen in der Kundenakzeptanz: Bei einer Auswahl entscheiden sich Kunden häufiger für ein ICEV als für ein BEV. Die Gründe dafür liegen in der Angst vor einer unzureichenden Reichweite der E-Fahrzeuge sowie in dem komplexeren Lademanagement im Vergleich zum Auftanken eines Fahrzeugs. Dies gilt insbesondere bei längeren Fahrten. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre es für Carsharing-Anbieter derzeit sinnvoller, wenige oder gar keine BEVs zu betreiben. Anbieter tun dies dennoch, oft als Zugeständnis an Kommunen und Politik, die ein wachsendes Interesse an einem hohen BEV-Anteil haben. Eine weitere Einführung von BEVs kann aus unserer Sicht derzeit nur im Einklang mit den existierenden Marktbedingungen erfolgen. In dem Maße, in dem Fahrzeuge, Technik und Ladeinfrastruktur in den kommenden Jahren günstiger und massentauglicher werden, kann eine stärkere Elektrifizierung der Flotten sinnvoll sein. Starre Quoten für E-Fahrzeuge sind jedoch kontraproduktiv, da sie die wirtschaftlichen und betrieblichen Realitäten ignorieren und letztendlich zu weniger Carsharing-Fahrzeugen führen können. Eine aktuelle Studie aus Bremen konstatiert, dass derzeit stärkere Effekte für den Klimaschutz durch einen weiteren Ausbau des Carsharings und die Gewinnung neuer Kunden zu erwarten sind als durch die erzwungene Elektrifizierung der Carsharing-Flotten. Finanzielle Mittel, die durch die öffentliche Hand für die Realisierung einer reinen Elektroflotte im Carsharing erforderlich wären, sollten daher besser in den Ausbau des bestehenden Carsharing-Angebots investiert werden. * https://mobilpunkt-bremen.de/app/uploads/2025/05/Kurzstudie-E-Carsharing-Bremen_Institut-Schreier_2025.pdf
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