Verband der internationalen Autovermieter e. V.

VIA

The Association of International Car Rental Companies (Verband der internationalen Autovermieter, VIA) was officially founded in 2021.

Lobbying Activity

Response to Clean corporate vehicles

5 Sept 2025

Der Verband der internationalen Autovermieter (VIA) ist der Interessensverband der Mietwagenanbieter in Deutschland. Einleitend sei angemerkt, dass der Sektor bereits eine Vielzahl an Elektro-Fahrzeugen (nachfolgend EV) betreibt und insoweit über viele Erfahrungswerte bei der Flottenelektrifizierung verfügt. Insgesamt geht diese mit einer Vielzahl an Herausforderungen einher: 1. Trotz verschiedener Strategien, die Kundenentscheidung in Richtung der Anmietung eines EV zu bewegen, bleibt die Kundennachfrage niedrig. Dies ist selbst in Märkten mit hoher EV-Durchdringung (bezogen auf die Gesamtfahrzeugflotte des Landes) der Fall. Das liegt insbesondere daran, dass die Nachfrage nach EV stark von der Verbreitung öffentlicher Ladeinfrastruktur abhängt. Viele Kundengruppen, insbesondere Touristen, haben keinen Zugang zu Heim- oder Arbeitsplatzladen und scheuen wegen unbekannter Ladebedingungen, Sprachbarrieren und mangelnder Erfahrung die Nutzung öffentlicher Ladeinfrastruktur im Gastland. Dabei sind touristische Kunden oft auf Mietwagen angewiesen, um Ziele ohne gute ÖPNV-Anbindung zu erreichen. Zudem starten rund 50 % der Mietvorgänge an Mobilitätsknotenpunkten (Flughäfen, Bahnhöfen). Dort fehlt es in der Regel an geeigneter Ladeinfrastruktur und ausreichender Stromkapazität. Diese Herausforderung wird durch den schnellen Fahrzeugumschlag (oft <30 Minuten) verschärft. Ein signifikanter Ausbau großer Ladeparks an diesen Standorten ist kurzfristig kaum möglich und erfordert europaweit einen umfassenden Plan für Infrastruktur, Finanzierung und Netzausbau. 2. Darüber hinaus ist festzustellen, dass sich der Mietwagensektor grundlegend von anderen Unternehmensflotten unterscheidet. Er weist nämlich ein sehr diverses Kundenspektrum auf: angefangen bei KMUs, hin zur öffentlichen Hand bis hin zu Privatkunden sowie der Werkstatt- und Ersatzwagenmobilität. In all diesen Fällen entscheiden nicht die Mietwagenanbieter selbst über den konkreten Antrieb des gemieteten Fahrzeugs, sondern der jeweilige Kunde. 3. Während noch kein wirklicher Gebrauchtwagenmarkt für EV existiert, leidet dieser bereits unter einem Überangebot und zu geringer Kundennachfrage. Dies liegt häufig in den Fahrzeugpreisen begründet. Kaufanreize für gebrauchte EV sind in den meisten EU-Staaten nicht vorhanden. Ohne funktionierenden Zweitmarkt sinkt aber auch die Attraktivität von Neufahrzeugkäufen für Mietwagenanbieter. Empfehlung: Die Elektrifizierung der Branche erfordert ein abgestimmtes Maßnahmenpaket aus finanziellen Anreizen einschließlich des Gebrauchtwagenmarkts, gezielten Investitionen in die Ladeinfrastruktur und EU-weiter Koordination. EU-Länder mit höherer Kundennachfrage nach EV setzen auf eine Kombination ebensolcher Maßnahmen, nicht hingegen auf Quotenlösungen. Daher empfiehlt der VIA Policy Option 2 (Finanzielle Anreize für Firmenfahrzeuge). Erforderlich sind finanzielle Anreize für Neu- und Gebrauchtfahrzeuge, einschließlich Mietwagen, sowie eine EU-weite, breite finanzielle Unterstützung (etwa aus dem Emissionshandel) für Förderprogramme, insbesondere zum Ladeinfrastruktur- und Netzausbau an Mobilitätsknotenpunkten. Policy Option 1 (nationale Zielvorgaben) werden abgelehnt und wären nur in Kombination mit starken Anreizsystemen und Infrastrukturinvestitionen überhaupt sinnvoll. Dringend müssten etwaige Ziele die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen in den Mitgliedstaaten berücksichtigen. Policy Option 3 (EV-Quoten) wird ebenfalls abgelehnt. Quoten erzeugen keine Kundennachfrage. Sie führen zu weniger ausgelasteten Fahrzeugen, längeren Haltedauern der Bestandsfahrzeuge und einer verlangsamten Flottenmodernisierung. Zudem würden bei der Einflottung günstigere Fahrzeugmodelle bevorzugt, was europäische Hersteller schwächt. Eine Quote würde die Restwertkrise weiter anfachen und zu einer Reduktion von Mobilitätsangeboten führen, bei gleichzeitig höheren Kosten für den Endnutzer.
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