Verkehrsclub Deutschland, Landesverband Bayern e.V.
VCD Bayern e.V.
Der Landesverband Bayern des VCD tritt ein für menschen- und umweltfreundlichen Verkehr.
ID: 22128416452-61
Lobbying Activity
Response to Clean corporate vehicles
2 Sept 2025
Carsharing unterstützt klimaneutrale Mobilität Das Ziel, möglichst viele sogenannte "Zero Emission Vehicles (ZEV)" zu bekommen, ist alleine nutzlos und schadet wegen dem Herstellungsaufwand sogar Umwelt, Klima und Ressourcen. Wichtiger als die Umstellung von Pkw auf elektrischen Antrieb ist die Reduktion der Nutzung von Pkw selbst und deren Verlagerung zu den umweltschonenden Mobilitätsformen Fuß, Fahrrad und öffentlicher Verkehr. Fahrzeugflotten zu elektrifizieren ist nur ein Beitrag hin zu einer zukünfig klima- und ressourcenschonenden Mobilität. Wo dieses Ziel aber die Bemühungen behindert, die Nutzung der Pkw insgesamt zu reduzieren, gehört es überdacht und angepasst. Dies ist der Fall beim stationsbasierten Carsharing. Stationsbasiertes Carsharing, wie wir es anbieten, leistet effektiven Beitrag für eine ressourecenschonende Mobilität. Dabei haben Carsharing-Fahrzeuge feste Stellplätze, an denen sie abgeholt und nach der Fahrt wieder abgestellt werden. Jedes Carsharing-Auto ersetzt 11 private Pkw, die nicht hergestellt werden müssen und spart so bereits CO2 ein (umgerechtet etwa 13 Tonnen CO2 pro Jahr), unabhängig von der Antriebsart des Cahrsharing-Pkw. Carsharing-Nutzer fahren insgesamt weniger Auto und signifikant häufiger öffentlichen Verkehr oder Fahrrad und gehen mehr ihrer Wege zu Fuß. Eine Untersuchung, die im Auftrag der Hansestadt Bremen erstellt wurde (https://mobilpunkt-bremen.de/app/uploads/2025/05/Kurzstudie-E-Carsharing-Bremen_Institut-Schreier_2025.pdf) zeigt, dass der konsequente Ausbau des CarSharing-Angebots deutlich mehr zum Klimaschutz beiträgt als die Umstellung der gesamten CarSharing-Flotte in der Stadt auf ZEV. Carsharing muss daher weiter gefödert und ausgebaut werden. Dabei sind elektrische Fahrzeuge ein wichtiger Zielpunkt, den wir Schritt für Schritt anstreben. Gegenwärtig besteht unsere Flotte aus 10 Prozent elektrischer und 30 Prozent (kleinen!) Hybrid-Pkw. Das ist weit mehr als die 3,2 Prozent E-Autos in der deutschen Gesamtflotte. Nur die Umstellung auf ZEV zu betreiben, ohne dabei die Rahmenbedingungen für Carsharing richtig zu setzen erschwert den Ausbau von Carsharing und damit die klimaschonende Mobilität. Der gegenwärtige Vorschlag der EU fordert auch von Carsharing-Flotten die Elektrifizierung, unterstützt sie aber nicht. Folgende Erschwernisse stellen sich Carsharing-Betreibern: - ein erhöhter Investitionsbedarf für elektrisch betriebene Pkw - zusätzlicher Investitionsbedarf für den Aufbau von Ladeinfrastruktur an den Carsharing-Stationen - geringere Auslastung elektrisch betriebener Fahrzeuge wegen Vorbehalten bei einem Teil der Führerscheinbesitzer Die von der EU vorgesehenen Ausgleichsmöglichkeiten für Flottenbetreiber sind dagegen unzureichend: - Es ist nur die Förderung öffentlicher Ladeinfrastruktur vorgesehen, die für stationsbasiertes Carsharing ungeeignet ist, aber nicht die Förderung eigener Ladepunkte, wie sie stationsbasiertes Carsharing benötigt. In Deutschland gibt es seit vielen Jahren für Carsharing-Ladeinfrastruktur auch kein Förderprogramm von der Bundesregierung und nur von wenigen Bundesländern. - Steuerliche Erleichterungen nützen den meist kleinen Carsharing-Organisationen in Deutschland kaum. Doch gerade diese lokal verankerten, oft gemeinschaftlich organisierten Organisationen sind diejenigen, die den Ausbau von Carsharing vorantreiben. Sie bringen Carsharing auch in kleinere Orte und in ländliche Gebiete. Einseitige Regulierung, verbindliche hohe Quoten für ZEV sowie die Verknüpfung der Vergabe öffentlicher Stellflächen nur für ZEV gefährden diesen Ausbau klimaschonender Mobilität.
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